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Auf ihrem vierten Album, Monochrome Noise Love, wurden aus den vier Duisburgern von Kokomo erstmals fünf. Am Klangbild der Band ändert das nur geringfügig etwas: Post-Rock mit einem starken Metal-Einschlag, mehr Druck aufgrund des zusätzlichen Bandmitgliedes kann jedoch durchaus attestiert werden.

Es sind weitestgehend schlüssige Kompositionen, die genre-typisch Stimmung erzeugen. Die gewisse Sogwirkung, die diese Stimmung im Optimalfall entwickelt, gelingt jedoch nur teilweise. Wie zu oft in dem Genre, dass sich ehemals damit brüstete, der nächste Schritt in der Evolution von Rockmusik zu sein, klingt einiges zu ähnlich. Gelogen wäre es jedoch, nicht auch ein paar Kleinode zu detektieren, die durch die absichtlich trübsinnigen und wohl nicht ganz so absichtlich nebulösen Tracks durchschimmern. Wann immer die Bläser der Gastmusikerin Judith Hess einsetzen, ändert sich die Klanglandschaft sogleich in eine interessantere. Natürlich gibt es auch einige recht feine Kompositionen, wie etwa der Doppelpack bestehend aus „I’m Bill Murray“ und „I’m Not Dead“ der per Titel augenzwinkernd Mogwai referenziert, in Sachen Sound jedoch wie das gesamte Album mehr an verschiedene Post-Metal Bands erinnert. Andere Songs, die hängen bleiben sind das eher knackig gehaltene „Licht / Staub“ oder das schleppende, sich zu einer wahren Riff-Urgewalt entwickelnde „Kill The Captain“ inklusive gekonnt eingesetztem Bass-Schlagzeug Interlude.

Bei den restlichen Songs von Monochrome Noise Love fehlen auf Albumlänge jedoch die ganz großen Melodien und leider gibt es wie eingangs erwähnt doch einen gewissen Hang zur Ähnlichkeit und die Vorstellung einer eventuell unauffällig möglichen Intersubstitution innerhalb des Albums drängt sich auf. Andere mögen dazu sagen, dass die Tracks des Albums gut zusammenpassen. Fans von Caspian, Rosetta oder auch den frühen Isis dürften jedenfalls gewiss Gefallen daran finden und auf ihre Kosten kommen.

Wie dieses Album zu beurteilen ist, entscheidet sich wohl an einer Grundsatzfrage: Erwartet man sich von neuer Musik immer ein gewisses Ausmaß an Innovation, sei es im Genre oder auch nur innerhalb der eigenen Diskographie, oder genügt es bereits Bekanntes, um nicht zu sagen Altbackenes, perfektionieren zu wollen?

Was unterm Strich bleibt: Professionell gemachter, stark produzierter und auch stimmiger Post-Metal mit einigen schönen Momenten, aber ohne die nötige Portion an neuen Ideen und Innovation, die man dem Post-Rock Genre so sehr wiederwünschen würde, und die einer Veröffentlichung in diesem Bereich ein Alleinstellungsmerkmal verpassen könnte.

Kokomo

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