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Es wabert und schäumt und fiept und schubt. Ein Experiment, nicht neu, aber aufregend gut.

Vö: 27.09.2019 Tonzonen Records 12″ kaufen

Anfangs wollten sie nur ein wenig spielen. Vier Kieler Jungs, alle schon verstrickt in die eine oder andere Takelage (AUX, Tot, dune., Donkey Demon) verabredeten sich und machten Marmelade. „Freiheit in der Songstruktur“, dafür kämpft die Robotronkultur. Ohne festgeschriebene Abläufe hält sich das Kombynat an einen frei experimentell angelegten Versuchsrahmen.

Die hier veröffentlichte Versuchsreihe stammt aus dem Jahr 2018 und sind aus den Modul-Aufzeichnungen.

6-Saitige Schallerzeugergerätschaften werden von Richard Schröder und Jannes Ihnen in Betrieb genommen, wobei letzterer auch tastengesteuerte Synthesizer durchmodeliert und vokaltechnische Zusatzelemente mit einbringt. Tiefenschwung schmeisst Claas Ogorek in die Petrischale. Die Schwungsaiter sind jeder separat obendrein an eine ganze Reihe von Bodentretern gekoppelt, welche die mögliche Klanglandschaft mannigfaltig bereichert. Letztendlich bindet Taktgeber Thomas Handschick geschickt einen rhythmischen Rahmen um das flirrende Laboratorium.

Zeitlich bewegt sich Teil I + Teil II von Modul 12 im ausgedehnten Rahmen von 22 und fast 16 Minuten. Innerhalb dieser Zeitfenster schwillt die Ausdehnung der eingebrachten und daraus gewonnenen Energie mehrfach exponentiell an und ab. Es ist nicht übermittelt, an welchem Punkt wir in den Versuchsaufbau einsteigen, es geschieht sanft-subtil und ehe man sich versieht oder verhört ist man mittendrin im Pulsieren der Elemente. Eine psychedelische Krautsuppe versetzt mit allerlei Finessen aus zeitgenössischem Noise, Stoner, Post-Rock – alles in angenehmster Klangmensur.

Live lassen es sich diese Doktoranden des Labor-Space übrigens nicht nehmen, in hellweißleuchtenden Kitteln aufzuspielen, die den im Kämmerlein erprobten Versuchscharakter erfolgreich auf der Bühne heraufbeschwören.

Das vorliegende Gatefold, stilsicher mattgedruckt mit großem coolen Comic-Artwork im Inneren, beherbergt eine auf 300 Einheiten limitierte 180g-Schallplatte in marmoriertem Blau, wie gewohnt bei Tonzonen Records inklusive gefütterter Innenhülle und Download-Code.

Da sind wir mal gespannt, an welchen aufgezeichneten Experimenten das Kombynat uns in Zukunft teilhaben lässt.

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Zusammenfassung
Eine psychedelische Krautsuppe versetzt mit allerlei Finessen aus zeitgenössischem Noise, Stoner, Post-Rock – alles in angenehmster Klangmensur.
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