Es hat nur ein Jahr gedauert bis die Hamburger Band Kraków Loves Adana mit „Songs After The Blue“ ein neues Album veröffentlichen. Es ist ihr bereits vierter Longplayer, der in der elfjährigen Bandgeschichte von Robert Heitmann und Deniz Çiçek veröffentlicht wird, und der bringt einige Überraschungen mit.

LP kaufen iTunes Vö: 06.04.2018 Better Call Rob

Mit dem neuen Album bewegen sie sich musikalisch auf einer großen Bandbreite zwischen groovigen Indiepop, warmen Synthiepop und 80er Discosound, begleitet von der bereits bekannten Schwere des Gesangs.

Mit dem ersten Song „Rapture“ wird ein hervorragender Grundstein für das Album gelegt und man groovt geschmeidig in „Songs After The Blue“ rein. Aber vor allem die Songs „American Boy“, „Hamburg“ und „Resonating Truly“ stechen aus der Masse heraus, da sie sehr eingängig sind und auch textlich hervorstechen. Ebenso ist „The Day The Internet Died“, die dritte Singleauskopplung des Albums, ein fantastischer Song, in dem sich Deniz fragt: „What if the internet closed its gates at midnight / we’d have to take a look at each other for the first time“. Untermalt sind die leider nur acht Songs mit einer warmen Instrumentierung, die sehr detailreich und teilweise ein bisschen frickelig klingen, aber dennoch sehr gut zu der dunklen, einnebelnden Stimme von Deniz passt. Mit sanften New-Wave-Allüren und minimalistischen Beats geben sie den Songs eine eigene Klangfarbe und verfeinern diese mit verspielten Gitarrenklängen.

Insgesamt ist das Album ein wundervoll tröstendes, aber dennoch forderndes Album. Textlich beschäftigt sich Deniz nicht nur mit Alltagsproblemen, sondern gibt Denkanstöße und thematisiert Isolation, Empathielosigkeit und Realitätsflucht – und das auf eine emotional nahbare Art und Weise. Leider ist die Scheibe nur knapp 30 Minuten lang, aber dafür gibt es genug Gründe, sich sie Platte wieder und wieder anzuhören. Dazu stehen auch noch sechs Deutschlandtermine an, um das neue Album live zu präsentieren – und das dürfte sich auf alle Fälle lohnen!

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  • 8/10
    Autorin Jenny Gottstein - 8.0/10
8/10

Kurzfassung

Insgesamt ist das Album ein wundervoll tröstendes, aber dennoch forderndes Album. Textlich beschäftigt sich Deniz nicht nur mit Alltagsproblemen, sondern gibt Denkanstöße und thematisiert Isolation, Empathielosigkeit und Realitätsflucht – und das auf eine emotional nahbare Art und Weise.

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