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5 Tage, hunderte Konzerte, die Branche trifft sich, neue Bands stellen sich vor – Hamburg im Ausnahmezustand.

Reeperbahn Festival 2018

Während sich viele Festivalbesucher noch grummelig den Kater des Vortages aus den Knochen zu schütteln versuchten, stand Adele Nigro aka Any Other schon bestens gelaunt auf der Sommersalon Bühne. Gemeinsam mit ihren drei Freunden und Mitmusikern spielte sich die Italienerin durch die Indie-Folk-Perlen ihres großartigen neuen Albums „Two, Geography“. Zum Ende ihres Sets zeigte sich Nigro überrascht, noch Zeit für einen zusätzlichen Song zu haben. Das sieht man selten in der Speed-Dating-Atmosphäre des Reeperbahn-Festivals. Die intime Atmosphäre von „Mother Goose“, einzig und allein von der Akustikgitarre begleitet, zauberte dann abschließend nicht wenigen Konzertbesuchern eine Gänsehaut in den Nacken.

Any Other
(c) Thomas Lingstädt

Danach wieder rein ins Getümmel, Kaltgetränk hier, Umarmung da, kleiner Snack, kurz umgehört, was denn der heiße Scheiß des Tages sein wird und dann ab zum nächsten Konzert.

Leto belärmten den Grünen Jäger.

Die Hamburger Punkrock-Kapelle Leto tobte über die Bühne des rappelvollen und brütend heißen Clubs und untermauerten so ihre Ansage, sie würden zu „den dankbarsten Bands des Festivals“ gehören. Fleiß- und Charm-Note 1. Der Sound konnte da leider nicht ganz mithalten.

Leto
(c) Thomas Lingstädt

Sie widmeten ihrer Dankbarkeit im Gegensatz zu Leto zwar keine Ansage, aber die österreichischen 80er-Nostalgiker von Flut wirkten trotzdem vollkommen glücklich und beseelt. Die eingängigen Hits der Band wie „Schlechte Manieren“ oder „Linz bei Nacht“ gaben Kraft und gute Laune für den restlichen Konzertabend.

Flut
(c) Florian Trykowski

Schlechte Manieren besitzt auch Der Täubling in rauen Mengen.

Dass der Rapper unter der Hasenmaske und Professor der angewandten Misanthropie eine ebenso verstörende wie denkwürdige Performance darbietet, hat sich anscheinend inzwischen auch bis nach Hamburg herum gesprochen. Die Schlange vor der Prinzenbar ist so lang, dass einige Schaulustige es nicht hinein schaffen und somit verpassen, wie der Täubling sich im Scheinwerferlicht suhlt und Zigarette-rauchend im Beisein seiner Mitstreiter „Babsi“ und „Stein“ seine wohlformulierten Welthass-Tiraden Richtung Publikum feuerte.

Der Täubling
(c) Thomas Graumann

Vorschusslorbeeren hat Sizarr-Gründer Fabian Altstötter für sein neues Projekt Jungstötter jede Menge geerntet.

Den hohen Erwartungen konnten Jungstötter mit ihrer schwermütigen Musik zumindest an diesem Abend nicht vollends erfüllen. Dafür ist das Reeperbahn-Festival-Publikum aber vielleicht auch einfach ein bisschen zu ungeduldig.

Anders machten es Karies im Hof des Molotows. Mit scheinbar unbändiger Energie schrubbten die Stuttgarter auf ihren Gitarren herum und bauten so einen beeindruckenden Soundberg auf, der den musikalischen Abend gelungen abschloss.

Titelbild: (c) Marvin Contessi

KURZBERICHT: Reeperbahn Festival 2018 | Tag 1

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