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Kompakter und dennoch weitläufiger als „Ultraviolet“ kann also kaum etwas den Horizont einer Band widerspiegeln, der sich selten homogener in einer musikalischen Historie abzeichnet als in diesem Falle.

Georgia’s finest bleiben ihrem Versprechen treu und bauen ihren Pfad in die musikalische Grenzenlosigkeit weiter aus. Ohne ihren Wurzeln vollends den Rücken zu kehren, transportieren Kylesa ihren Sound erfolgreich weiter in die Unvergleichbarkeit und können sich damit noch nachdrücklicher als bislang einer Hörerschaft empfehlen, die trotz der zweifellosen musikalischen Weiterentwicklung des Vorgängers „Spiral Shadows“ immer noch außerhalb der primären Zielgruppendefinition gestanden haben dürfte.

Nochmals songorientierter und technisch versierter agierend serviert die Ausnahmecombo um Laura Pleasants einen höchst unterhaltsamen und detaillierten Cocktail aus brodelnder Sludge-Urkraft und hypnotisierenden Klängen. Neuerdings um traumwandlerisch anmutende Shoegazer Anleihen bereichert, präsentiert sich das Quartett damit am bislang überzeugendsten in der ureigenen Schnittmenge ihrer vielfältigen Einflüsse. Eine Quintessenz aus der Giftmischerei der Vergangenheit und dem, was noch kommen mag, eingebettet in ihr zugänglichstes Werk, in dem sich ihre unverwechselbaren Trademarks mit den Randzonen ihres Wirkungsgrades paaren ohne jemals nicht nach Kylesa themselves zu klingen. Kompakter und dennoch weitläufiger als „Ultraviolet“ kann also kaum etwas den Horizont einer Band widerspiegeln, der sich selten homogener in einer musikalischen Historie abzeichnet als in diesem Falle. Nur in Ausnahmefällen dürften bleischwere Nummern wie „We´re taking this“ entsprechender auf einem Album ihr Unwesen treiben, das all der Kraftmeierei völlig ironiefrei mit dem wunderschönen „Low Tide“ die bislang deutlichste Abkehr vom Lava-Sound alter Tage entgegenstellt.

So überzeugend der musikalische Rahmen also in seinem Kontrastreichtum und seiner galant arrangierten Struktur auch ausfallen mag, der eigentliche Star auf diesem Album ist aber niemand geringerer als das Detail, der sprichwörtliche Teufel darin, der versteckt im ungeahnten Spielwitz, in zahlreichen überraschenden Wendungen, in erhabenen Melodiebögen und technischer Finesse „Ultraviolet“ zu einem Album macht, das nur diejenigen enttäuschen wird, die schon seit dem Vorgänger nicht mehr einer furchtlosen Band folgen wollen, die sich nicht an die Leine der Erwartungen anderer binden lässt.

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