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Die Leoniden… irgendwo her kenne ich das doch.

Vö: 24.02.2017 Two Peace Signs iTunes LP kaufen

Schnell mal Google zu Rate ziehen. Ah ja, ein Meteorstrom liest man da bei Wikipedia. Was für ein schönes Bild. Schon schwirren Vergleiche durch meinen Kopf: Ein Komet, der Äonen durch das All schwebt, nur um hier an der Erde ein paar Brocken fallen zu lassen, die als wunderschöne Feuerschweife über unseren Nachthimmel ziehen.

Ganz so einfach machen sie es mir nicht, die Leoniden aus Kiel. 
Vor allem der Promotext, den ich vorgelegt bekomme, macht wenig Lust auf das Album. Die Band wird hochgelobt, bis es nicht mehr geht. 
Das ist schade, denn die Jungs werden diesen Anforderungen nicht gerecht. Das würde aber keine Band. 
Mit dem selbstbetitelten Album haben sie eine solide Indie-Pop Platte abgeliefert. Der Opener „Nevermind“ hat alles, damit er diesen Sommer bei Grillpartys in diversen Spotify Playlisten landet.

Die Songs, „The Tired“, „Iron Tusk“, „North“, und „Two Peace Signs“ werden in dem schon erwähnten Promotext also die neuen Hits angekündigt, und sind mit allen möglichen Spezialeffekten gespickt. Frauenchöre, Streicher und alles fett produziert. Das ist eindeutig auf Radio- und Massenkompatibilität angelegt. In „The Tired“ wird dann noch an alle Millennials appelliert, mal den Arsch hochzukriegen, und das Ding selbst in die Hand zu nehmen. Gepaart mit den „Two Peace Signs“, dem Bandlogo, das mir sagen soll, dass die Jungs doppelt auf Frieden stehen, ergibt sich ein durchgeplantes Konzept, das so auch ganz gut funktionieren würde. Leider macht der Rest des Albums einen Strich durch die Rechnung.

Denn man hört auf den anderen Songs, dass die Jungs tolle Musik machen können, und das auch Spaß macht. Nach fünf Songs startet „Doves“ auf einmal düster rockig durch. Hier wird tatsächlich einmal die Instrumentierung herunter gefahren. Weg sind die emotionslosen E-Pianos, Streicher und Chöre. Verzerrte Gitarre, Bass, Schlagzeug und die hohe Stimme von Jakob Amr. Der Song klingt wie eine poppige Variante der ganzen Post Punk Songs, die gerade über Deutschland hereinbrechen. Die nächsten drei Songs „Remote“, „Sisters“ und „Storm“ lösen in bester Indie-Manier das Versprechen der Alleinstellungsmerkmale ein. „Remote“ experimentiert mit ein paar verschiedenen Klängen, „Sisters“ grooved sich mit einem jazzigen Klavierriff durch düstere durchfeierte Nächte. „Storm“ kann mit vertrackten Rhythmen und vor sich hinplätschernden Synthie Melodien aufwarten. Der Song erfindet nicht das Genre neu, ist aber schön anzuhören. Auch der Chor im letzten Drittel des Songs ist dezent genug um nicht zu kitschig zu sein. 
Das Album wird zum Glück mit „Eleven Hands“ beendet. Auch wieder rockig denkt man sofort an Muse. Einfach ein toller Song.

Von Zwölf Songs auf dem Album sind 6 leider völlig überproduziert. 6 Songs zeichnen aber ein Bild von einer Band, die kreativ, jung und experimentierfreudig ist. Würden man sich bei der Produktion nur auf die Musik und nicht auf Verkaufszahlen, oder Marketing konzentrieren, könnten wohl mindestens 10 von 12 Songs sehr sehr gut sein.

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  • 6.5/10
    Autor Jonathan Scheid - 6.5/10
6.5/10

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Von Zwölf Songs auf dem Album sind 6 leider völlig überproduziert. 6 Songs zeichnen aber ein Bild von einer Band, die kreativ, jung und experimentierfreudig ist. Würden man sich bei der Produktion nur auf die Musik und nicht auf Verkaufszahlen, oder Marketing konzentrieren, könnten wohl mindestens 10 von 12 Songs sehr sehr gut sein.

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Lothar
Gast
Lothar

Nichts was man von der Platte bisher hören konnte klang auch nur im Ansatz überproduziert

Jan
Gast
Jan

Ich finde die Scheibe einfach nur Hammer! Seit langer Zeit wurde in Deutschland nichts mehr so Geiles veröffentlicht..

trackback

[…] man sich auf dem Debüt noch in schmalerem Fahrwasser und klopfte die Bloc-Party fest, traut man sich auf „Again“ zu […]

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