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Würden Sie beim Hören eines Soundtrack-Albums erkennen, ob es sich um Musik der LIARS handelt? Sicher?

Vö: 27.07.2018 Mute iTunes LP kaufen

Der Weg von der einst drei-, dann zwei- und dann einköpfigen Band führte durch etliche Spielarten stromverstärkter Gitarren sowie elektronischer Extravaganza. Die Filmmusik zum amerikanischen Drama „1/1“ hört sich nach den späteren LIARS an, und dort ist sie auch anzusiedeln: bevor Aaron Hemphill die Band verließ und Angus Andrew praktisch im Alleingang „TFCF“ aufnahm, begannen beide kurz nach Fertigstellung des letzten gemeinsamen Album „Mess“, Musik für den Film zu schreiben. Anlass war dessen Skript, welches sie auf einem Flug von Los Angeles nach New York in die Hände bekamen. Kaum gelandet, entschieden sie sich für den Score aus dem Grund, daß ihnen das Drehbuch sehr gut gefiel. Gesehen hatten sie noch keine Szene aus dem Film, möglicherweise gab es noch gar keine, aber Aaron und Andrew waren Feuer und Flamme was die Story angeht: „1/1“ handelt von einem 20jährigen Mädchen namens Lissa aus Pennsylvania, die sich mit Liebe, Sex, Drogen und Verlust herumschlägt. Inszeniert wurde das Ganze auf recht unkonventionelle Art als erster Langfilm des Regisseurs Jeremy Phillips.

Der gab den beiden Musikern für sein Mixed-Media-Debut lediglich Stichworte und ließ ihnen ansonsten freie Hand. So bekamen die LIARS Sätze wie „The character is submerged in water at 4am“ oder „An alarm clock won´t stop ringing“ zugeteilt. Das Ergebnis kam wohl gut an, denn – ungewöhnlich für das Genre Film – „1/1“ wurde teilweise so geschnitten, daß er zu der Musik passt – und nicht umgekehrt, wie es sonst fast immer üblich ist. Phillips wurde damit seinem Anspruch gerecht, nicht als Boss dazustehen, sondern eine Kollaboration aller Beteiligten zuzulassen.

Als Album funktioniert „1/1“ überraschend gut, auch wenn keine Hit-Raketen zu hören sind. Am nächsten kommt diesem Thema „Helsingor Lane“, weil Andrew hier seine Rolle als Sänger der LIARS wahrnimmt, sowie „Liquorice“, welches doch recht nah an radiopoppigen Klängen vorbei schrammt und wohl nicht ohne Grund als Teaser im Vorfeld aufs Publikum losgelassen wurde. Andere Tracks wie „Jelling Ship“ wirken etwas geisterhaft: es wird interessant zu sehen und zu hören sein, wie teilweise fragmentartige, aber zuweilen auch song – oder trackstrukturierte Stücke sich innerhalb des Films machen.

Die Saat der Zusammenarbeit eines offen wirkenden Regisseurs und einer Band, die sich nicht so sehr an Musikbiz-Regeln orientiert, ist schon mal super aufgegangen.

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