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Seit bereits zehn Jahren rumort es um Loma Prieta, eine Band, die durchaus als Bilderbuchbeispiel ihres Genres gelten kann.

Der Ursuppe der San Francisco Hardcore-Szene entstiegen, veröffentlichten sie ihre ersten Alben in Eigenregie, bis sie schließlich bei Deathwish Inc. unterkamen- einem Label, das ihre Autonomie eher fördern als beschneiden dürfte, sich aber definitiv auf ihren Sound ausgewirkt hat.

Gewaltig, unerbittlich, brachial – Loma Prieta wählten ein passendes Symbol, als sie ihre Band nach dem gewaltigen Erdbeben benannten, das 1989 ihre Heimatstadt und weite Teile der kalifornischen Küste erschütterte. Ihr fünftes Album „Self Portrait“ bricht jedoch mit der Tradition ungebändigter Wucht- und zeichnet selbstbewusst betitelt den neuen Kurs den Quartetts nach.

Loma Prieta haben das kleine Wörtchen „Punk“, das von dem energischen Präfix „Hardcore“ häufig verschluckt wird, zu Tage gefördert und abgestaubt. Das Tempo lässt nach und auch die Wut, streckenweise beinah versöhnlich klingt „Self Portrait“. Wer denkt, dass Loma Prieta ihrer Naturgewalt die Zähne gezogen hätten, wird spätestens beim grandioserweise mittig platzierten Track „More Perfect“ kopfüber ins Chaos gestoßen. Der Song legt eine Stärke der Band offen, die auf „Self Portrait“ ihren bisherigen Höhepunkt erreicht: das Nebeneinander von Melodie und heilloser Dissonanz.

Passender als ein Erdbeben erscheint im Hinblick auf diese unberechenbare Dramaturgie eher ein reißender Strom: Stets lassen sich Loma Prieta treiben auf dem Grad zwischen Kehrwasser und Stromschnellen, zwischen kräuselnden Wellen und reißender Strömung. Zerbrechliche, melancholische Melodien mit sirenenhaftem Backgroundgesang und hymnische Punk-Rock-Hooklines wachsen zu von treibendem Groove getragenen Strömen heran- nur um an kantigen Blastbeats und rasenden Klangfetzen zu zerbrechen. Dies ist das neue Gesicht von Loma Prieta.

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