Die volle Breitseite Stoner-Riffs: Chubby Thunderous Bad Kush Masters aus London bringen ihr neues Album „Come & Chutney“ im Juli via Riff Rock Records heraus.


Falls ihr eure alten Stonerplatten langsam abgenudelt habt und ihr mal wieder eine frische Dröhnung zum durchpusten eurer Gehörgänge benötigt, dann solltet ihr euch das bevorstehende Album „Come & Chutney“ des Londoner Trios Chubby Thunderous Bad Kush Masters vormerken, denn es könnte das diesjährige Sommeralbum in Sachen Stoner-Rock werden.

Die Briten verstehen sich auf schnörkelosen, direkt nach vorne gehenden und in derbster Fuzz-Distortion getränkten Stoner-Riff-Rock, der die Trommelfelle zum bersten bringt und mit seinen Hooks & Refrains gehörig in den Arsch tritt.

Neben der musikalischen Durchschlagskraft bringen die Londoner auch visuell und konzeptionell so einiges an Abwechslung in die Stoner Landschaft, denn getreu dem Motto „Gegensätze ziehen sich an“ verbinden die Chubby Thunderous Bad Kush Masters, was vermeintlich nicht genretypisch zusammen gehört.

Auf ihrer Bandcamp- Seite bezeichnen sie ihren Sound als „gebatikten Fuzz & Stoner“ und bei ihren Konzerten treten die drei Musiker in Batik-Shirts und mit Corpsepaint bemalt auf die Bühne. Ihre umwerfenden Live- Shows brennen sich in die Erinnerung ein und lassen dem Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes die Spucke weg bleiben. Unter Beweis stellen konnten sie dieses auf Konzerten und Touren mit u.a. Bongzilla, Boss Keloid, Slabdragger und Dopethrone.

Auch textlich arbeiten die Chubby Thunderous Bad Kush Masters mit einer gehörigen Prise erfrischenden, absurden Humor, dem eine gewisse Doppeldeutigkeit nicht abzusprechen ist und trotz der offensichtlichen Albernheiten sehr durchdacht wirkt.

Das neue Album, wie auch die erste EP Earth Hog aus 2015, wurde im Cro’s Nest Studio von Sam Thredder aufgenommen, seines Zeichens Gitarrist und Sänger von Slabdragger, der durchaus als eine der bekanntesten Person des Londoner Undergrounds zu bezeichnen ist. Entstanden unter seiner Regie doch zahlreiche, einschlägige Produktionen der Underground Sludge/Doom – Szene.

Anlässlich der Premiere eines ersten Songs Namens „Cojones Feos“, der mich direkt bei den Eiern packte, kam ich also nicht drumherum, mit den Masters mal Kontakt aufzunehmen, um ein paar Fragen zum bevorstehenden Release von „Come & Chutney“ loszuwerden.

Wann wurden die Chubby Thunderous Bad Kush Masters gegründet?

Wir spielen bereits seit 2013 zusammen. Angefangen hat alles mit ausgedehnten Stoner Jam-Sessions. Bis zur eigentlichen Gründung der CTBKM dauerte es noch bis Ende 2014.

Wie seit ihr auf euren einmaligen und lustigen Bandnamen gekommen?

Wir wollten einen echt blödsinnigen Namen, der die Leute zum Lachen bringt und letztlich war es eine Kombination aus Namen mit denen wir herumgespielt haben. Im Stoner/Sludge/Doom-Sektor nehmen sich die Leute ja schon manchmal etwas zu ernst. Letztlich aber sind wir auch bloß ein normaler Haufen, der unheimlichen Spass daran hat, auf Black Sabbath Riffs herum zu reiten. Hahaha.

Seid bzw. wart ihr bereits in anderen Bands aktiv?

Ja, Mama Moonshine, Grey Widow, Facial Stance, Dopefight und Bright Curse, um nur einige zu nennen. Es ist erfrischend und gesund, unterschiedlichen Genres gegenüber ausgeschlossen zu sein. Alle Projekte profitieren voneinander und führen letztlich dazu, untereinander Ideen einzubringen.

Ihr vermischt viele verschiedene Elemente. Sowohl musikalisch als auch visuell. Gibt es eine spezielle Philosophie hinter CTBKM?

Ein Riff, ein Riff und noch ein Riff. Wir tendieren dazu, ultrafette Riffs zu schreiben, immer davon ausgehend, was wir selbst gerne hören würden, wenn wir keine Musiker wären. Um Viv Savage von Spinal Tap zu zitieren, lautet unsere Philosophie: „Have a good time, all the time!“. Das visuelle Nebeneinander von Dingen, die eigentlich nicht zusammen gehören, wirkt zudem manchmal sehr erfrischend und macht Spass. Ich denke, wir versuchen einfach nur so viele Sachen wie möglich in unserer Musik unterzubringen.

Ihr habt das neue Album im Cro’s Nest Studio von Sam Thredder (Slabdragger) aufgenommen. Wie ist die Arbeit mit ihm?

Einfach nur genial. Sam ist ein wahrer Magier, und hat sehr dazu beigetragen unseren rohen Sound zu entwickeln. Außerdem haben wir dieses mal mit Pedro Teixeira zusammen gearbeitet, der gemixt und gemastert hat. Beide haben einen ausgezeichneten Job gemacht und wir sind ihnen sehr zu Dank verpflichtet.

Ihr seid mit eurer Musik ziemlich passend bei Riff Rock Records gelandet. Erzählt doch mal, wie es zu dieser Zusammenarbeit gekommen ist.

Leigh von Riff Rock Records hat uns auf unserer ersten Tour gesehen, als wir mit seiner Band Groan zusammen gespielt haben. Wir spielten Riffs, Riffs und nochmal Riffs, so dass es Sinn machte, irgendwann mal über eine Zusammenarbeit nachzudenken. Leigh ist dann auf uns zu gekommen und wollte unser nächstes Album heraus bringen.

Gibt es irgendwelche Pläne für Konzerte außerhalb UK? Vor ein paar Jahren gab es ja mal einen Wochenender mit den großartigen Slabdragger durch die Niederlande?

Ende Mai waren wir für 2 Gigs in Belgien und Frankreich. Wir versuchen nach Möglichkeit immer auch außerhalb von UK zu spielen, denn wir wurden anderswo immer gut behandelt und mit gutem Essen und leckerem Bier verköstigt. Hahaha. Hoffentlich klappt es auch zukünftig wieder.

„Come & Chutney“ erscheint am 13. Juli 2018 via Riff Rock Records und kann hier vorbestellt werden.

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