Auf das wunderschöne von Klavieren getragene „Off“ folgt die bereits vor einiger Zeit zu hörende Single „Der Tag wird kommen“. Ein guter Hinweis darauf, was uns mit „Konfetti“ blühen wird.

Als Sänger von Kettcar ist der gute Herr Wiebusch schon lange der Held der Indiekids hierzulande. Solo muss man sich meist neu beweisen. Es braucht Gründe dafür, dass man die Band zu Hause lässt. Kurz gesagt ist es schön, in einer Soloplatte etwas besonderes, etwas neues zu entdecken. Der Titel „Konfetti“ verspricht so einiges und die Songs, die sich dahinter verbergen, wissen dieses Versprechen zu halten. Allerdings auf eine Weise, die so nicht zu erwarten war.

Auf das wunderschöne von Klavieren getragene „Off“ folgt die bereits vor einiger Zeit zu hörende Single „Der Tag wird kommen“. Ein guter Hinweis darauf, was uns mit „Konfetti“ blühen wird. Da wurde unter anderem wieder der Rap ausgekramt, der …But Alive schon hier und da auszeichnete und der auch auf diesem Album keineswegs fehl am Platz oder fremd wirkt. Es gibt für Marcus Wiebusch viel zu erzählen und da kam ihm die Musik der vielen Worte sehr gelegen, wie man in dem beinahe acht Minuten langen Song über den Kampf gegen die Homophobie zu hören bekommt. Und das ist nicht das einzige Thema, das dem frische gebackenen Solokünstler auf der Seele brennt. Da wäre auch die krampfhafte und letztendlich oberflächliche Suche nach Individualität in „Jede Zeit hat ihre Pest“. Aber es wäre wohl keine Platte bei der Wiebusch seine Finger im Spiel hat, wenn nicht auch die menschlichen Abgründe thematisiert würden, wie im düsteren „Schwarzes Konfetti“ und auch große Melodien ihren Platz zum Strahlen kriegten, wie in „Was wir tun werden“.

„Konfetti“ springt zwischen HipHop, Pop und Indie hin und her und es hat kein Problem damit, die harten Umbrüche als solche hinzunehmen. Das könnte den geneigten Hörer nerven, es könnte ihn aber auch einfach positiv überraschen, wach halten und faszinieren. Ein Mixtape soll es sein und ein solches kann eben auch mal einen Track zum Skippen beinhalten, so wie „Haters Gonna Hate“ mir ein wenig zu cheesy daher kommt. Kleine Ausfälle sind letztendlich nicht überraschend bei so einem bunten Haufen Musik und deswegen ist es auch halb so wild. „Konfetti“ hat dafür zu viel Großartiges zu bieten.

01 Off Start
02 Der Tag wird kommen
03 Nur einmal rächen
04 Jede Zeit hat ihre Pest
05 Was wir tun werden
06 Haters gonna hate
07 Der Fernsehturm liebt den Mond
08 Das Böse besiegen (Der Exorzismus des David R.)
09 Wir waren eine Gang
10 Springen
11 Schwarzes Konfetti

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