Es war ein langer Weg und eine schwere Geburt.

Vö: 24.08.2018 Zeitstrafe Records iTunes LP kaufen

Über vier Jahre hat es gedauert bis Matula ihr neues Album veröffentlichen, das auf den Namen „Schwere“ hört und über Zeitstrafe Records erscheint.

Textlich betrachtet ist es vor allem schwere Kost, musikalisch eher das Gegenteil und als Gesamtkunstwerk verdient es sich das Prädikat besonders wertvoll.

Was das gemeinsame Altern als Band bedeutet, welche Prozesse es bedingt und wie man sich diesen Fragen, Problemen und Gefühlen stellen und in authentische Musik transferieren kann zeigen uns Matula auf beeindruckende Weise und auf Grund dessn kann man getrost sagen, dass sie der lebende Beweis für eine Band sind, die an sich selbst gewachsen ist.

Matula schauen der Wahrheit ins Gesicht und erzählen auf „Schwere“ in zehn Lieder unverblümt vom Ende der Party, vom Leben danach. Es geht um die Stagnation des Erwachsenseins, darum, dass der Lebensmittelpunkt morgens um 6 Uhr mit dem Klingeln des Weckers beginnt und nicht mehr mit dem Zubettgehen in eben jenen Morgenstunden. Schwere beschreibt die Tristesse der Menschen, wenn sie in der Mitte des Lebens angekommen sind und man beginnen muss sich neu zu orientieren, neue Wege zu gehen und ein persönliches Gleichgewicht zu finden, dass nicht alles aus dem Ruder läuft und man kontrolliert die Kontrolle verliert.

Matula im Interview über Schwere, das Altern und zwei Sechserträger Bier.

Doch egal wie schwer das alles ist, in jeder Sekunde des Albums hat man das Gefühl, dass das Quartett ihren Sound gefunden hat und damit die eigenen Wunden heilen kann und im Zweifel bleiben ihnen und uns am Ende noch „Drei Flaschen Rotwein/ Und den ganzen Rest vergessen“.

Schwere ist Überlebenskampf, Authentizität, Stagnation, Ehrlichkeit, Verbitterung und insbesondere das matulaesque Hamsterrad das eine 35 Minuten lange Zeitstrafe zu bewältigen hat.

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