Das Buch „Das Weibliche Prinzip“ der amerikanischen Autorin Meg Wolitzer ist kein Sachbuch oder Ratgeber, wie es der Name vermuten lassen könnte, sondern ein Roman über Feminismus und die Ausübung und Auswirkung von Macht, der am 16.07.2018 im Dumont Verlag erschienen ist.

Buch kaufen Vö: 16.07.2018 Dumont Verlag

Meg Wolitzer ist kein unbeschriebenes Blatt in der amerikanischen Literaturszene. Das Weibliche Prinzip (Originaltitel „The Female Persuasion“) ist ihr inzwischen zwölfter Roman und der siebte, der ins Deutsche übersetzt worden ist. In diesem Fall von Schriftsteller und Übersetzer Henning Ahrens. Vor mittlerweile sechs Jahren veröffentliche Wolitzer einen Essay mit dem Titel The Second Shelf, in dem sie fragt, wieso Literatur bis heute männlich dominiert ist und wieso von Frauen geschriebene Literatur meist in den unteren Regalen steht. Berechtigte Fragen auf die es keine passenden Antworten gibt, weil diese traurige Realität bedauernswerter Weise auf ein patriarchales System zurückzuführen ist. Soweit, so schlecht.

Nun also ein Roman der das Thema Feminismus behandelt und sich damit auseinandersetzt.

In Zeiten von #metoo und Time’s Up und in Zeiten eines amerikanischen Präsidenten namens Donald Trump mit Sicherheit ein Thema, das wie die Faust aufs Auge passt. Bleibt nur die Frage auf welche(s).

Die amerikanische Studentin Greer begegnet der 63-Jährigen Faith Frank. Diese ist ist eine Ikone der Frauenbewegung und unter anderem Gründerin der feministischen Zeitschrift „Bloomers“, also benannt nach den sehr weiten Hosen, die an den Knöcheln schließen. Die Begegnung der beiden Protagonistinnen verändert das Leben von Greer nachhaltig, denn Jahre nach der ersten Begegnung lädt Faith Frank sie zu einem Vorstellungsgespräch nach New York ein. Greer nimmt den Job an und gerät weiter in die Fänge ihres Vorbilds.

Es sind die Fragen des Lebens, die in dem Roman gestellt werden: Wer bin ich? Wer will ich sein?

Es geht aber auch um Moral, verschiedene feministische Perspektiven, Kämpfe, Zwänge, Liebe und so vieles. Die Geschichte geht so weit, dass sich die eine Protagonistin am Ende von der anderen befreien muss. Meg Wolitzer hat einen leichtfüßigen, niemals mahnenden Roman geschrieben, der so lange noch zeitlos ist, wie Frauen um Gleichberechtigung kämpfen müssen.

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  • 9/10
    Autor Paul Schall - 9/10
9/10

Kurzfassung

Meg Wolitzer hat einen leichtfüßigen, niemals mahnenden Roman geschrieben, der so lange noch zeitlos ist, wie Frauen um Gleichberechtigung kämpfen müssen.

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