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Manchmal fragt man sich schon, wie eine Band eigentlich auf ihren Bandnamen kommt.

Vö: 01.03.2019BandcampTape kaufen

Eine in irgendeiner Form dokumentierte Begründung, weshalb sich die aus Paul Dillon, Gitarre (Miracle Falls, Sparklehorse, Mercury Rev), Jason Merritt, Gesang (Whip, Timesbold) und Jeff Mercel, Schlagzeug (Mercury Rev, Ultraam, Grand Mal) bestehende Art-Pop-Band nach einer Mayonnaise benannt hat, gibt es nicht.

Das The Art of Facts betitelte Debüt-Album der Band ist am 01. März erschienen und enthält eine interessante Sammlung unterschiedlichster Songs und Musikstile. Laut Pressetext sind alle 10 Songs in den Revolver Studios in Portland von den drei Künstlern gemeinsam live eingespielt worden.

Der erste Song auf dem Album heißt Book of Matches und ist ein sich langsam dahinschleppender musikalische Trauermarsch mit der Wiederholung einer Textkombination (Let´s read from …), die auch gesanglich und von der Instrumentierung an das Song-Repertoire von Nick Cave & The Bad Seeds aus der Mitte der 90er Jahre (Murder Ballads, The Boatman´s Call) erinnert.  

The Stockade ist von der Grundstimmung deutlich freundlicher und die eingestreute Pedal-Steel-Gitarre lässt hohltuendes Country-Feeling aufkommen. Der Song ist aber sowohl musikalisch als auch textlich ein Versteckspiel, denn eigentlich ist dieser wunderschöne Folk-Song mit unglaublich klugen Textideen („The Rain rains rain and Brahms is in my brains“) eine Trinker-Ballade.

Das comichafte der Erzählung von Captain Fuckpants und seiner Begleiter Senator Shitheels, Captain America und Governor Stickfigure wird nicht nur an den Namen deutlich. Der unkomplizierte lässige Singer-Songwriter-Song ist eine musikalische Fingerübung im Stile von Willard Grant Conspiracy.

Still not souled rollt vielstimmig sowohl von der Instrumentierung als auch im Gesang dahin ohne aber einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Mit Mundharmonika, Pfeifeinlage und Echo-Pedal-Steels sowie Marschtrommeln flattert Stupid Bird daher und bleibt leider auch nicht in Erinnerung. Der anschließende Song Blue Guitar überrascht mit Trompeten und singender Säge, erinnert aber zu sehr an einen Kirmeswalzer im Stile von Tom Waits.

Mit seinem dauernden Marschschritt erinnert der Song In Gold entfernt an Yellow Submarine hat aber bei Weitem nicht die musikalische Botschaft eines Beatles-Songs. Small and Good kommt direkt am Anfang mit Trommelschlägen und knarzenden Radiotönen daher, wandelt sich aber schnell in einen leichten Popsong mit Klavieruntermalung, feinen Gitarrenakkorden und Vocoder-Gesang. Mit Gelächter beginnt Funeral Parts und erzählt eine Geschichte voller Irrungen und Wirrungen. Als flotter Popsong konzipiert funktioniert das ganz gut ohne sich aufzudrängen. Der letzte Song des Albums Go with gone ist eine Mischung aus Singer-Songwriter-Epos und rühriger Bruce Springsteen-Ballade.

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  • 6.5/10
    Autor Richard Kilian - 6.5/10
6.5/10

Kurzfassung

Ganz viele Ideen und genrebezogene Anspielungen wurden hier von Jason Merritt gesammelt und zusammengerührt. Leider dürfte das Ergebnis nicht jedem schmecken. Zu viele der Ideen sind mangels handwerklicher Möglichkeiten nicht angemessen umgesetzt worden.

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