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Man kann jedenfalls von einem Hoffnungsschimmer für all jene sprechen, die sich die klassischen Mogwai zumindest ein bisschen zurückwünschen.

EP. Extended Play. Erweitertes Stück. Jenes Tonträgerformat, das Mogwai in regelmäßigem Abstand in die hungrigen Mäuler ihrer Anhänger werfen, wenn das Songmaterial für LPs vor ein paar Monaten in Form einer solchen LP veröffentlicht beziehungsweise in Mäuler geworfen wurde.

Beim ersten Song der neuen EP „Music Industry 3. Fitness Industry 1.“ muss man allerdings erstmal bitter schlucken. Auch wenn man vorher ob des brillanten EP-Titels lächelnd hechelte. „Teenage Exorcists“ ist quasi die zu Ton gewordene schlimmste Vorstellung eines Mogwai-Songs, den man sich in dunklen Stunden manchmal ausmalte, als man über den nächsten Schritt nach „Rave Tapes“ nachdachte. Mäßig-inspirierte Melodiebögen bilden das Fundament für Pop-Gesang und obwohl man eine gewisse Eingängigkeit der Komposition wohl nicht abstreiten kann, wünscht man sich mit jeder Faser seines Körpers den Vocoder zurück.

Mit „History Day“ hingegen beweist die schottische Institution in Sachen Postrock, dass man diesen mitbegründeten Musikstil nicht nur durch eine elektronischere oder empfänglichere Ausrichtung auffrischen kann. Fein gezupfte akustische Gitarren paaren sich mit perkussiven Synthesizer-Klängen und der typische Schwermut früherer Alben manifestiert sich in Form eines getragenen Pianoüberganges bis man zum Ende einen Klangraum geschaffen hat, der seinesgleichen sucht.
„HMP Shaun William Ryder“ wird wohl jedem Jüngling der Phase vor „Hardcore Will Never Die, But You Will“ feuchte Freudentränen des Glücks in die Augen treiben, handelt es sich hier doch um einen Song der sich auch auf „Mr. Beast“ nicht zu verstecken bräuchte. Der Track mit dem kryptischen Titel kann als der empirische Beweis gesehen werden, dass Mogwai noch immer Meister der Laut-Leise-Dynamik sind. Allerdings zeigt sich hier auch eine zuletzt des Öfteren beobachtete Tendenz: Jener Part eines Songs, bei dem plötzlich der ganze Körper des geneigten Stimmungsmusikenthusiasten zu schwingen beginnt, wird nicht mehr bis zum schwingend-klingenden Höhepunkt ausgereizt, sondern zu früh durch das per Definition statische Ende eines Songs abgewürgt.

„Music Industry 3. Fitness Industry 1.“ wird von drei Remixes von Blanck Mass, Pye Corner und Nils Frahm abgerundet, deren Neuinterpretationen man sich jedenfalls guten Gewissens anhören kann, deren genauere Einschätzung aber, um eine Metaebene zu vermeiden, hier nicht genauer kommentiert werden (da müsste man ja glatt auch Stellung zu den Ursprungswerken beziehen).

Man kann jedenfalls von einem Hoffnungsschimmer für all jene sprechen, die sich die klassischen Mogwai zumindest ein bisschen zurückwünschen.

01 Teenage Exorcists
02 History Day
03 HMP Shaun William Ryder
04 Re-Remurdered (Blanck Mass Remix)
05 No Medicine For Regret (Pye Corner Audio Remix)
06 The Lord Is Out Of Control (Nils Frahm Remix)

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