Dave Lombardo und Scott Ian dürfte es ein riesiges Vergnügen bereitet haben, Teilnehmer an Mr. Bungles Reise in die Vergangenheit zu sein, um die Songs des Mitt-80er-Demos The Raging Wrath Of The Easter Bunny neu einzuspielen.

Und mal ganz ehrlich: wenn dieses Album in dieser Form und dieser Besetzung damals so veröffentlicht worden wäre, dann würden Mr. Bungle heute zweifelsohne auch zu den bedeutsamen Vertretern des US-ThrashMetals gezählt werden, denn nichts anderes haben Trevor Dunn, Trey Spruance und Mike Patton gespielt, als sie sich zu Teenage- Zeiten an der Highschool zusammen gefunden hatten.

Der verrückte und abgedrehte Experimental-Rock-Jahrmarkt ihres selbstbetitelten 1991er Debüts und den darauf folgenden Alben Disco Volante (1995) und California (1999) war quasi noch nicht eröffnet, aber dennoch handelt es sich bei den frühen Bungle-Tracks trotzdem um hochkarätige Rohdiamanten des Thrash-Metals, die aufpoliert und geschliffen durch die frische Einspielung in neuem Glanze erstrahlen. Und wie nahezu alles, was Mr. Bungle angegangen sind, bewegt sich auch die neue Inkarnation auf dem schmalen Grat zwischen Genie, Wahnsinn und Albernheiten, wenn Patton z.B. auf Anarchy Up Your Ass einen Tom Araya-Schrei parodiert und verenden lässt oder auf Hypocrites, welches mit dem spanischen Traditional La Cucaracha und dem S.O.D.-Klassiker Speak English Or Die vermischt wird.

Komplettiert wird The Raging Wrath Of The Easter Bunny mit Glutton For Punishment, Eracist und Methematics, 3 weiteren Songs aus der Frühphase und letzterer mit einem Riff, welches später bei Love Is A Fist vom Debütalbum verwendet wurde, und dem Corrosion Of Conformity Cover Loss For Words. Alles in Allem ist das Album ein absoluter Kracher, welches das alte Songmaterial, dessen verrückte Urheber und die gegenwärtige Bandbesetzung gleichermaßen würdigt.

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