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Es war der typische letzte Festivaltag: Bei den ersten Besuchern machte sich bereits mittags die Aufbruchsstimmung bemerkbar, während andere sowohl auf den Tanzflächen als auch an den Bierständen nochmal so richtig alles geben wollten.


Musikalisch bot der Sonntag vielleicht auch nicht mehr die Dichte an Highlights, die das Line-Up der Vortage aufweisen konnte, und so blieb viel Zeit, auch fernab jeglicher Bühnen das Festival zu genießen.

So wären da zum Beispiel die diversen Kunstprojekte zu nennen, die die Dekoration erst so richtig zu dem machten, was sie war – seien es der bunt beleuchtete Metall-Dinosaurier, der zum Grill transformierte Streifenwagen oder die rosarote Bindfaden-Konstruktion in einer der vielen Chillout-Areas. Mit viel Liebe zum Detail hat man hier eine abwechslungsreiche, aber dennoch angenehm ruhige Szenerie geschaffen, die auf solch großen Massenfestivals vermutlich landesweit seinesgleichen sucht.

Auch die Bühnen waren dieses Jahr erneut eine regelrechte Augenweide. Das Butterland beispielsweise, in dem die DJs Giacomo und Steyr zusammen mit MC Bomsh nacheinander zwei intensive Drum’n’Bass-Sets hinlegten, wirkte mit seiner Holzverkleidung beinahe wie eine klassische Waldhütte, in dem eben auch zufällig DJ-Equipment und Boxen standen. Im Nest legte Yoki ein solides Techno-Set auf, während in der Klüse, an der am entferntesten gelegenen Spitze des Festivalgeländes, der Mann mit dem einzigartigen Namen DJ Windows XP etwas sanfteren Minimal-Techno spielte.

Noch viel sanfter ging es anschließend in der Vorschot zu, als Beach Fossils aufspielten. Mit ihrem ruhigen Sound machen die Boys aus New York aber scheinbar alles richtig; ihr aktuelles Album „Somersault“ ist sogar beim NDR zum Album der Woche gekürt worden. Ebenso beeindruckend liest sich der Konzertkalender des Trios, denn noch bis Ende September liegen Abend für Abend, nahezu pausenlos Shows in Mittel- und Osteuropa sowie Großbritannien an. Anschließend waren Marius Lauber und seine Bühnenband, besser bekannt als Roosevelt, an der Reihe, während sich im Maschinenraum der Franzose Møme auf sein Set vorbereitete. Mit melodischem, recht poppigem Gute-Laune-Elektro brachte er die Menge trotz wieder einsetzender Regenschauer zum Tanzen.

Dieser Schuss positiver Gefühle war auch noch einmal bitter nötig, sind AnnenMayKantereit doch nicht gerade bekannt dafür, solche zu versprühen. Als Headliner der Main Stage hatten die Kölner um Henning May dennoch wenig Probleme, auf sich aufmerksam zu machen, und die Massen lagen ihnen sprichwörtlich zu Füßen. Ob auf Deutsch oder auf Englisch, ob mit oder ohne Gast-Trompeter, ob eigene Songs oder eine Coverversion von Nina Hagens großartigem „Du hast den Farbfilm vergessen“; diese Jungs haben einfach richtig Ahnung von dem, was sie tun. Und obwohl es, ohne Übertreibung, bereits ihre x-te Show in Hamburg innerhalb kürzester Zeit war, erweckten sie im Publikum mühelos einen gewaltigen Chor zum Leben, der wahrscheinlich auch nicht verstummen würde, wenn nächstes Wochenende schon wieder Dockville mit AMK wäre. Ein wahres Vergnügen, dieser Band zuzuschauen.

Danach war jedoch Schicht im Schacht, wie man so schön sagt – vom Maschinenraum hörte man noch den Bass der Hamburgerin DJane Magdalena wummern und vereinzelt feierten Menschen in Kleingruppen ihre ganz eigenen Partys, aber hauptsächlich konnte man nur noch Besucherströme in Richtung Shuttlebus beobachten. Getrübte Stimmung in dem Wissen, dass es vorbei ist; kein Vergleich mehr zum Vortag, als selbst die Heimfahrt noch ein einziges Festival war. Aber Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude, von daher, liebe Besucher des MS Dockville: Wir sehen uns in 2018!

BERICHT: MS Dockville 2017 – So verlief der Samstag (19.08.2017)

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