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Das mittlerweile in Berlin beheimatete kanadische Duo Nadja verstärkt sich mit dem The Jesus Lizard Schlagzeuger Mac McNeilly um einen wahrhaften Drummer und überrascht mit fast konventionell rockigen Strukturen, die in den zahlreichen Releases um Mastermind Aidan Baker wirklich ein Novum darstellen aber nicht immer einen Zugewinn darstellen.

Ellenlange, aus meterhohen Klangeskapaden aufeinandergeschichtete, pfeifende und ächzende, im Subtext wunderschöne und verstörend anmutige, liebevoll und metallisch hart arrangierte Drone-Biester gibt es natürlich immer noch zu bestaunen aber „Dagdrøm“ hat etwas an doppelten Boden eingebüßt. Die Tiefe, aus der sich für gewöhnlich die Schönheit Nadjas aus dem Krach von heftig verzerrten Bässen und Gitarren schält, ist nicht mehr von der Überzeugungskraft, die zum Beispiel das Überalbum „Numbness“ zur Referenz dieses Genre macht. Dennoch betört das zum Trio mutierte Künstler-Ehepaar über weite Strecken mit dieser eigentümlichen Monotonie und lässt vor allem im finalen „Space time & Absence“ keine Wünsche offen. Ungewohnt dynamisch, pointierter als zuvor und mit einer umwerfenden Strophe versehen, zeugt dieser Song von dem kreativen Zugewinn, den ein echtes Schlagzeug bringen, kann ohne dem shoegazenden Metal-Drone dieser Ausnahmecombo den kalten Zahn zu ziehen. Satte vierzehn Minuten über jeden Zweifel erhaben und gebührend entschädigend für den kreativen Tiefpunkt des Albums „Falling out of your head“, der wirklich kaum den Erwartungen an eine Band wie Nadja gerecht werden kann, spielen sich Nadja auf den letzten Metern doch noch in die Herzen der geneigten Hörer und setzen sich damit selbst ein ziemlich frühes Denkmal, dem die Umgebung eines deutlich ansprechenderen Albums einfach besser zu Gesicht gestanden hätte.

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