Das bereits vierte Album des Kaliforniers benennt Nick Waterhouse einfach nach sich selbst.

Vö: 08.03.2019 Innovative Leisure LP kaufen

Es bedarf auch nicht wirklich viel mehr, er knüpft mit dieser Langspieler direkt an sein hervorragendes Album Never Twice an. Dass er dieses Album selbstbetitelt veröffentlicht, begründet er mit der Nähe zum Werk. „Alles woran ich glaube liegt in diesem Album“, sagte er. Es ist ein emotionales Werk – persönlicher als seine Vorgänger.

Zu hören gibt es wieder einen Mix aus rauem R’n’B, Retro-Pop und jede Menge Soul. Auch Rhythm & Blues-Einflüsse, sowie Jazz und Rock’n’Roll muss man nicht lange suchen. Dabei ist die Instrumentierung und sein Timing herausragend – jeder einzelne Song fordert zum Finger schnippen auf, manche zum Fuß auftippen, andere sind eine klare Aufforderung auf die Tanzfläche zu stürmen. Dabei achtet Nick Waterhouse auch penibel auf den Moment: das Saxophon und der Backgroundgesang wird nur dann eingesetzt, wenn wirklich nötig. Dadurch bekommen viele Songs eine besondere Stimmung und vor allem gibt es keinen Overload.

Der Sound von Waterhouse versetzt die HörerInnen in ein ruppiges Diner in den 60er Jahren. Verraucht, die Gläser klirren und die Musik dröhnt.

Trotzdem klingen die elf Songs keineswegs verstaubt oder antiquiert, sondern nach zeitlosem Vintage und das macht die Musik des Retro-Hipsters besonders aus. Die Platte wurde außerdem analog aufgenommen, es gibt kein digitales Backup. Das macht die Musik nicht unbedingt besser, unterstreicht aber sein Oldschool-Image nochmals – oder auch die Abneigung gegen das digitale Hier und Jetzt.

Lyrisch setzt er sich vor allem mit Wut, Frust und der Liebe auseinander. Er ist offen und singt direkt über seine Gefühle, vor allem auch in der schweren Zeit, in der wir leben. Dabei ist er nicht nur ideenreich, sondern vor allem eloquent und konsequent.

Wer sich nach den alten Zeiten sehnt oder diese Musik erkunden möchte, tut sich mit dem neuen Album von Nick Waterhouse einen Gefallen. Eine wirkliche Weiterentwicklung des Sounds zum letzten Album gibt es nicht zwingend zu erkennen, aber es lohnt sich trotzdem sehr, sich mit Nick Waterhouse auseinander zu setzen.

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  • 7/10
    Autorin Jenny Gottstein - 7/10
7/10

Kurzfassung

Wer sich nach den alten Zeiten sehnt oder diese Musik erkunden möchte, tut sich mit dem neuen Album von Nick Waterhouse einen Gefallen. Eine wirkliche Weiterentwicklung des Sounds zum letzten Album gibt es nicht zwingend zu erkennen, aber es lohnt sich trotzdem sehr, sich mit Nick Waterhouse auseinander zu setzen.

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