„Musik, die erfreut, die belebt, anregt!“
So heißt es zumindest auf der Website der vier Jungs aus Dortmund, Aachen und Essen. Unerfahren sind sie alle nicht, doch geht es nicht um ehemalige Projekte. Wir leben in der Gegenwart und widmen uns deshalb ihrer selbst betitelten EP, die am 7.12. des letzten Jahres das Licht der Welt erblickt hat, veröffentlicht über Midsummer Records und erhältlich als Digital Download bei allen erdenklichen Download Dealern im Netz.

So viel dazu.

NORA YEUX klingen wie später 90er Midwestern Emo mit deutschen Texten: amerikanisch und poppig. Freunde von frühen Jimmy Eat World und Taking Back Sunday werden ihre wahre Freude an der EP haben, wobei sie sich mit Pop Punk Allüren eher zurückhalten.

Geschrei an den richtigen Stellen und ein gutes Gespür für Songwriting machen die ersten beiden Songs „Oberhausenzeit“ und „Leergefegt“ zu Ohrwürmern. Richtig zu Ende gedacht und gut arrangiert. Authentische Texte und ein erstaunlich guter Sound, der durch seine Gitarrenlastigkeit für den gewollten alternativen Touch sorgt. Da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht!

Mixing und Mastering lief dann auch direkt über den Tisch von Gitarristen Daniel Senzek im hauseigenen Emokellerstudio der Band.

Der dritte Song der EP trägt passender Weise den Titel „Zwischenbild“, und knüpft gekonnt an bekannte Emo-Traditionen an. Ein kurzes instrumentales Intermezzo gibt Zeit zum Aufatmen, bevor es in die letzte Runde geht.

Leider halten die letzten drei Songs nicht, was der Anfang verspricht. Die musikalische Tiefe fehlt und es bleibt ein herber Nachgeschmack. Farblos, grau und trübe.

„Es ist Oberhausenzeit“, deklariert die Band vielleicht doch etwas vorlaut. Jede Musik hat sein Zeit. Doch scheinen die Jungs mit ihrem Stil doch eher der 2000er Emo Welle hinterher zu trauern, die ihren Zenit schon vor ein paar Jahren überschritten hat. Mit ihren deutschen Texten liegt die Band jedoch wieder voll im Trend.

Doch auch wenn sie, besser als Bands wie Muff Potter, die ganze Sache nicht nur anfangen, sondern versuchen auch zu Ende zu bringen, fehlt es Songs, wie „Masterplan“ und „Glen Hansard“ noch etwas an musikalischem Anspruch. Aber was nicht ist, kann ja mit dem nächsten Werk noch werden.

Im gleichen Atemzug sollte die Band vielleicht nochmal den Fotografen / die Fotografin wechseln. Bandfotos auf Dächern lassen Erinnerungen an Schülerbands hervorkommen und mehr als das, sind NORA YEUX auf jeden Fall.

01. Oberhausenzeit
02. Leergefegt
03. Zwischenbild
04. Grandios
05. Masterplan
06. Glen Hansard

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