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„Honey in the mouth, cocaine in the brain.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

LP kaufenVö: 23.03.2018Harbinger Sound

Die Noseholes legen den Nachfolger ihrer im letzten Jahr erschienenen, selbstbetitelten EP vor und lassen damit dem Fuß in der Tür. Der teils irrsinnige, teils unbequeme, teils echt bekloppte Sud aus Post-Punk, Noise und Jazz (gespielt von Leuten die nicht spielen können) dürfte hierzulande echt einzigartig sein. Überhaupt, hört man Post-Punk denkt man zumeist an ernste, eher düstere Musik mit oft verneinendem Charakter. Die Noseholes zeigen erneut, dass es durchaus auch anders geht.

„Dance Dance“ legt schon mit typischen Post-Punk Trademarks los. Knackiger Bass, noisige Gitarre, alles irgendwie bewusst nervig strukturiert. Die kühle und laszive Stimme der Sängerin passt wie die Faust aufs Auge, die schrägen Soundfiller, die vermutlich von einem Keyboard stammen, auch. Es findet sich eine maskuline Gesangs- bzw. Sprechstimme ein, die das Zwiegespräch vollendet. Schräg, aber geil! Die ersten Bläser bringt uns „Lush Box“ in Form einer schwer windschiefen Trompete. Die Gitarren und die Stimme sind kein bisschen weniger schief, aber wirklich perfekt akzentuiert. Erinnerungen an große Künstler der Avantgarde werden wach. Zappa, Beefheart, sowas. Leichte Psychogarage-Anleihen gibt es beim arschcoolen „Styling“, das vor allem durch den geilen Basslauf und die irren Soundfills auffällt.

Auf alles, nur nicht auf die „Eins“ geht „Yelzin’s Affair“. Der letzte Drumschlag schleppt sich immer hinterher und zerrt ernsthaft an meinen Nerven. Die Gitarre klimpert, die Sängerin flüstert etwas, von dem ich glaube, dass es Russisch ist, der Bass wabert, die Gitarre scheint improvisiert zu sein. Immer noch schräg, aber auch ein wenig fiebrig. Regelrecht hektisch kommt „Ex-Driver“ um die Ecke und viele, ja sehr viele Wort kreiseln in meinem Kopf. So schräg das alles ist, der Spaßfaktor ist immens. „Bed Smoker“ gab es schon auf der Debut-EP zu hören und auch hier ist es der schlichtweg geilste Song von allen! Das für die Band offenbar typisch schräge hat hier seinen Ursprung, was sicherlich der Grund der Wiederveröffentlichung ist. Wir schließen mit „Aspirin Nation“, einem absoluten Noise-Brett. Ich habe keinen Schimmer, welche Maschine/welches Instrument hier den Klang erzeugt, aber das ist auch eigentlich völlig egal. Dazu kommt ein (ganz bestimmt) improvisiertes Saxofon, das vermutlich jemand spielt, der das Blaseding zum ersten Mal in den Fingern hält. Ich verstehe das Stück als Mittelfinger in die Richtung einer jeden Konvention!

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Zusammenfassung
Die Noseholes legen den Nachfolger ihrer im letzten Jahr erschienenen, selbstbetitelten EP vor und lassen damit den Fuß in der Tür.
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