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Irrwitzige Reise zum Jazz, der gar keiner ist!

Die Hamburger von NOSEHOLES hauen uns mit ihrer ersten schlicht als „EP“ betitelten Veröffentlichung etwas kaum Greifbares um die Ohren: eine Mischung aus Fake Jazz, Post Funk, No Wave und Nu Disco. Sicher, da werden jetzt ein paar Schubladen aufgemacht, vorstellen kann man sich darunter, beschäftigt man sich hier mit den Begrifflichkeiten, erst einmal alles, was von massentauglicher und leicht verdaulicher Musik abweicht. Im Falle der NOSEHOLES passt das allerdings wie die Faust auf’s Auge, von leichter Kost kann hier keine Rede sein. Im Opener „Bed Smoker“ skandiert eine Dame recht kryptische Worte in ein angezerrtes Mikro, während Gitarre und Orgel im Hintergrund schräge, aber verhältnismäßig eingängige Melodienbögen spannen und der Bass zu völlig unjazzigen Post-Punk-Drums hektisch auf- und abwandert. Im wundervoll schrägen „Jazzholes“ erklingt zudem plötzlich ein Saxophon, dessen Spieler offenbar zum ersten Mal ein Blasinstrument in den Händen hält, vermutlich der gleiche, der im Online-Bonustrack „Rupert The Bear“ die Trompete spielt. Das absolut treffend benannte, instrumentale „Drug Owner“, mit seiner ausladenden Fuzz-Gitarre könnte auch ohne weiteres von einer Avantgarde-Krautband aus den 70ern stammen und lässt endgültig jede Konvention hinter sich. Nach knapp 9 Minuten ist das durchgeknallte Drop gelutscht und hinterlässt einen angenehmen Geschmack auf der Zunge. Mehr davon, bitte!

„Noseholes“ erscheint hierzulande auf ChuChuRecords (Human Abfall, Das Ende, Krank) und In A Car (Pisse, Karies) und im Vereinigten Königreich auf Harbinger Sound (u. a. Sleaford Mods) als auf 300 Exemplare limitierte 7“ und Download. Qualitativ gibt es übrigens auch überhaupt nichts zu meckern. Die Single ist ordentlich gepresst, gut verpackt und klingt sauber und druckvoll.

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