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Panzerballett?


 An was denkt man nun wen man diesen ausgefallenen Bandnamen „Panzerballett“ hört? An Panzer die Rosen feuern und filigran über das Schlachtfeld fahren, gekleidet in einem Tütü? Oder vielleicht Korpulente Frauen die Ballett tanzen und den Boden erbeben lassen?

Ungefähr so kann man sich auch den Sound von Panzerballett vorstellen, denn das Münchener Quintett um Jan Zehrenfeld hat es sich zum Ziel gesetzt Jazz und Metal auf krassester weise aufeinander treffen zu lassen. Ihr Genre selber bezeichnet Panzerballett Genre als  Jazzcore.

Die Atmosphäre von Panzerballett ist aggressiv und chaotisch. Das Quintett aus München hat hier wohlmöglich mit ihrem avantgarden Musikstil gefüllt von Dissonanzen und Atonalität eine ganz eigene Nische in der sparte der bizarren Musik gefunden.

Wohingegen fast alle Lieder ohne Sänger auskommen, gab es auf ihrem letzten Album „Tank Goodness“ das Lied „The Ikea Trauma“. Hier hatte „Mattias Eklundh“, der einigen vielleicht als Gitarrist auf drei Alben der „Melodic-Death-Metal-Band“ „Soilwork“ bekannt ist, einen Gastauftritt als Sänger.

Auf ihren Alben fanden sich bisher auch gelegentlich Cover bzw. Neu – interpretationen von bereits bekannten Songs wie „Giant Steps“ von „John Coltrane “ oder „Some Skunk Funk“ von „Randy Brecker“.

Auf ihrer aktuellen Platte hört man so eine Neu – interpretation von „Mahna Mahna“ des italienischen Filmmusik – Komponisten „Piero Umiliani“, welche einigen von euch aus der „Muppet Show“ bekannt ist, sowie eine verkrasste Version von „Der Rosarote Panther“ bzw. „Pink Panther“.

Als wäre es nicht schon genug mit diesen Hommagen an unsere Jugend, erinnert mich das Video und der Stil des Liedes „Typewriter II“, an „The Race“ von „Yello“. Da dieses Lied der Band meiner Meinung nach extrem gelungen, ist empfehle ich jeden der ein wenig Jazz mag, mal reinzuhören.

Mein persönliches Highlight auf der aktuellen Platte „Breaking Brain“ war allerdings der Song „Der Saxdiktator“, da ich bei diesem Lied mal nicht das Gefühl hatte, dass es nur darauf ausgelegt war mich zu provozieren, haha.

Panzerballett ist für mich eine agressiv-chaotische Provokation meiner Hörsinne. So sagte in einem Interview der Komponist und Arrangeur „Jan Zehrenfeld“ auch folgendes:

Ich bin ständig wütend auf etwas. 2004 gründete ich deswegen „Panzerballett“. In dieser Band komponiere ich Stücke nach dem Motto „Warum einfach, wenn es schwer geht?“. Gleichzeitig kann ich Aggressionen kanalisieren.

Also wer auf krassen Jazz und Metal abfährt der sollte auf jeden Fall mal der Band vom wütenden Maestro, der wie ein Orkan über die Noten fegt, eine Chance geben.



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