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Im Rahmen des Pelagic Fest 2018 (Gesamtbericht folgt in mittelfristiger Kürze) bin ich am Rande dazu gekommen ein paar Künstler mit interessanten bis lapidaren Fragen zu behelligen.

Ich war Samstagnacht schon fast auf dem Heimweg bevor ich doch noch zwei Jungs von Radare zwischen die Finger bekommen hab. Das für nachmittags angesetzte Interview musste aus akuten „Ihr müsst jetzt einladen!“-Gründen verschoben werden. So war die Atmosphäre aber bestimmt nicht angespannter und das Interview fand im Stehen neben einem roten 3er Golf auf einem Parkplatz statt.


Wir sprechen ja jetzt nach eurem Gig hier. Wenn ich untertreiben wollte würde ich sagen, dass ihr doch einen distinktiv anderen Sound habt als die andern Bands hier im Line-Up. Was meint ihr?

Wir machen uns darüber eher keine Gedanken. Wenn man in so einem Line-Up vielleicht etwas rausbricht kann man eigentlich nur gewinnen. Es kommt eben darauf an wer sich darauf auch einlassen kann und will. Wir freuen uns auch eben über diese Leute die dann auf so was Bock haben.

Ihr arbeitet ja viel mit klassischen Instrumenten wie z.B. Klarinette und Saxophon. Wie geht sowas?

Der erste Anfang war, dass unser Bassist früher in Big Bands gespielt hat und wir nach und nach einfach aus Interesse diese Instrumente eingebracht haben. Wir fanden und finden das schlicht spannend.

Inwiefern habt ihr eure Arrangements dann an diese Instrumente angepasst?

Es ging tatsächlich natürlicher als man vielleicht denkt. Man muss solchen Instrumenten halt Raum lassen – dadurch haben wir auch generell mehr Aufmerksamkeit darauf gerichtet wann welches Instrument mehr oder weniger Platz braucht und leiser oder lauter sein soll. Und auch wann einfach mal nichts kommen muss.

Auch euch muss ich fragen ob und wann man sich auf neues Material freuen kann.

Wir sind im quasi mitten drin in den Aufnahmen. Eine neue Platte ist an sich fertig geschrieben. Es gibt natürlich immer noch dies und jenes zu machen aber wir sind auf einem sehr guten Weg.

Ihr nehmt ja auch sehr viel selbst im Proberaum auf, richtig?

Genau. Die Schlagzeugaufnahmen haben wir extern gemacht aber ansonsten haben wir bei uns im Raum ein gutes Setup gefunden. Studio hin oder her, wir sind da auch gern selbst am Hebel und der Zeitdruck, wenn man Studiotage bucht, fällt auch weg. Wir freuen uns die Platte wieder auf „Golden Antenna“ rauszubringen. Soundmäßig gibt es auch neues, oft schnelleres, krachigeres. Aber am Schluss hört man am besten selbst rein wenn es soweit ist.

Ihr habt heute ja auch neues Material gespielt würde ich meinen?

Ja, 3 neue Stücke gab es. Wir haben auch probiert wie die neuen Songs dynamisch auf der Bühne funktionieren. Feedback geht natürlich über das gesamte Meinungsspektrum. Das geht von „Bläserchor bis Britpop“.

Ich persönlich fand und finde den Titel eures letzten Albums, „Im Argen“, bemerkenswert. Im modernen Sprachgebrauch wird diese Redewendung eher selten benutzt und ihr habt euch sicher was dabei gedacht.

„Im Argen“ ist für uns ein gewisses unwohl sein, etwas Schlimmes, etwas Mysteriöses, etwas Aufwühlendes. Mit so einem Titel wollen wir aber auch nicht zu viel projizieren. Wir halten uns da gerne etwas zurück, verzichten auch auf live Video-Projektionen oder so. Es soll schon um die Musik gehen. Wir wollen keine Interpretation vorgeben.

Wie war es auf dem Dunk!festival für euch?

Großartig. Einfach schon die Erfahrung in den Ort zu kommen und ein paar Din A4 Blätter zu sehen, mit Wegbeschreibungen, war besonders. Es war auch sehr interessant in der Dämmerung im Wald auf der „Forrest Stage“ zu spielen. Die größte und einzige Enttäuschung waren die belgischen Fritten!

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