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Auch auf Album Nummer drei empfehlen sich die Würzburger mit ihrer Mischung aus Black, Doom, Sludge und Post Metal nicht als Mittel gegen die Winter-Depression. Im Gegenteil. Schon die Cover-Art zeigt, wohin die Reise geht: In die Finsternis. Phantom Winter machen das Licht aus, und zwar gründlich.

Vö: 02.03.2018 Golden Antenna Records LP kaufen

Textlich ist das neue Phantom Winter-Album eine Reise in die Welten der Schriftstellerinnen Sylvia Plath und Mary Shelley. Letztere dürfte den meisten durch ihren Frankenstein-Roman bekannt sein. Musikalisch umgesetzt ist dies mit einem meist schleppenden, sehr wuchtigen Sound. Zäh stampfen die Drums voran, dissonante Gitarren-Wände schieben. Darüber thronen einige Growls, hauptsächlich aber ein aggressives, fieses Keifen, hier und da vervollständigt durch Spoken-Word-Passagen.

Das Ergebnis ist von einer bemerkenswerten Schroffheit und Kälte: Eine Wanderung durch ein eisig durchwehtes Gebirge in einer lichtlosen Unterwelt, bei der auch die wenigen zerbrechlicheren Momente und Passagen mit Post-Rock-Gitarren keinen Halt, keine Zeit zum Verschnaufen zu geben vermögen. Das ist extreme Musik, im Vergleich zu den Vorgängern CVLT und Sundown Pleasures wurde die Schraube noch einmal angezogen. Die Kompromisslosigkeit der Umsetzung erweist sich allerdings auch als Schwäche, gerade weil sich dem Ohr kaum melodischer Halt bietet und man dem gleichförmigen Gekeife auch mit den beiliegenden Lyrics schwer folgen kann. So kommt es schnell dazu, dass das Album am Hörer vorbei rauscht und man einfach nur erschlagen ist. In mehrfacher Hinsicht also schwere Kost, die nicht nebenbei zu konsumieren ist und volle Aufmerksamkeit verlangt. Den Rezensenten verlangte es anschließend nach einem Kuscheltier.

Die Aufmachung des Albums überzeugt mit passend düsterem Artwork im matten Inside-Out-Druck auf einem Gatefold-Cover. Ein Booklet mit den Texten liegt ebenso bei, wie ein Download-Code. Vorbildlich ist die Auslieferung mit zwischen den Flügeln des Gatefold-Covers platzierter Platte, um Schäden durch Durchstoßen zu vermeiden. Warum trotz dieser Vorsicht allerdings für die Innenhülle nur eine – auch noch sehr enge – ungefütterte Papiervariante gewählt wurde, ist unverständlich. Vorhersehbar weist die Platte denn auch trotz vorsichtiger Entnahme Hairlines auf.

Die bei GZ Media erfolgte Pressung ist vollkommen plan und sauber entgratet, zeigt aber trotz Wäsche leichtes Knistern. Klanglich ist das Album auf der Sonnenseite, was gerade bei derart wuchtiger, intensiver Musik von großer Wichtigkeit ist, um nicht als Brei zu enden. Die Instrumente werden präzise abgebildet, Dynamik wurde nicht platt gebügelt, die Wiedergabe ist recht ausgeglichen und spannt eine Bühne auf. Erfreulich ist insbesondere, dass die Rhythmus-Sektion gut eingegliedert wurde und das Schlagzeug nicht vorn zwischen den Lautsprechern klebt, sondern Tiefe hat.

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Zusammenfassung
Das Ergebnis ist von einer bemerkenswerten Schroffheit und Kälte: Eine Wanderung durch ein eisig durchwehtes Gebirge in einer lichtlosen Unterwelt, bei der auch die wenigen zerbrechlicheren Momente und Passagen mit Post-Rock-Gitarren keinen Halt, keine Zeit zum Verschnaufen zu geben vermögen.
3.5
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