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Seit 2015 stellt die audiovisuelle Konzertreihe Bells Echo den Versuch auf, mittels der Vermengung verschiedener Genregrenzen zugleich zu deren Auflösung beizutragen.

Dabei gibt es keinen Platz mehr für die Unterscheidung zwischen E- und U-Musik, zwischen Hoch- und Populärkultur, zwischen verschiedenen Ausdrucksformen wie Musik, Kunst und Performance: All dies wird bei Bells Echo zu einem monströsem Konglomerat verwoben, um damit das Publikum in seinen Grundfesten und -überzeugungen zu erschüttern. Die Erschütterung ist dabei kein launischer Selbstzweck, sondern notwendiger Ausgangspunkt einer neuen Form des Denkens, Fühlens und der allgemeinen Wahrnehmung seiner selbst.

Jedes Jahr widmet sich die Reihe eines groben Rahmenthemas, das den Ausgangspunkt der anstehenden Odyssee bietet.

Im Jahr 2015 war es die „Existenz des Menschen auf der Erde“, 2017 die „Flucht vor Krieg, Zerstörung und Ausbeutung“, 2018 die „ungewisse Zukunft im Angesicht einer neuen Spezies“. Während es in den ersten drei Ausgaben also vornehmlich darum ging, dystopische Landschaften zu erschaffen, die Ausweglosigkeit von Leid und Trauer zu inszenieren, geht es im Jahr 2019 nun um eine positive Transformation der bestehenden Verhältnisse. Ausgangspunkt ist – grob gesagt – die Feststellung, dass in der modernen Welt alles miteinander verbunden ist, es also keinen Ort des wirklichen Rückzugs mehr gibt. Doch wird dies nicht als Anlass für Resignation und Stagnation angesehen, sondern als Potenzial, sein Leben mithilfe der einen umgebenen Maschinen und Netze selbstbestimmt und autonom zu gestalten. Dementsprechend hätten die Initiator_innen keinen geeigneteren Austragungsort finden können als das Leipziger Völkerschlachtdenkmal, vereint sich darin doch Mahnung an vergangene Kriege als auch die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft.

An der künstlerischen Umsetzung sind der Leipziger Komponist und Klanggestalter Alex Röser, der Musiker Stefkovic van Interesse und der Medienkünstler Felix Richter beteiligt.

Wie in der Vergangenheit wird es auch dieses Jahr eine einmalige Inszenierung geben. Das heißt, die Darbietung wird speziell für die Aufführung am 26.04. konzipiert, was zugleich bedeutet, dass es keine weiteren Aufnahmen in Form eines Albums oder ähnlichem geben wird. Der Gedanke dahinter ist, dass das Kunstwerk nur rückgekoppelt an den Ort der Austragung betrachtet werden sollte, nicht davon separiert.

In Bezug auf Bells Echo kann die grobe Faustregel aufgestellt werden: Wer es ein mal erlebt hat, möchte es wieder erleben. Der Vorverkauf hat bereits begonnen, der Countdown läuft. Tickets gibt es (je regulär und ermäßigt) als Einzelvariante oder als Kombiticket inklusive der Aftershowparty am gleichen Abend im IfZ, wo unter Anderem die sagenhaften „Hope“ live zu erleben sind.

Bells Echo II – an audiovisual experience at Paul-Gerhardt-Kirche Leipzig 2017

Titelbild: Bells Echo | (c) Klaus Nauber

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