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Ich hatte mich von Anfang an auf die Veröffentlichung von Das Wetter gefreut. Mit Ankündigungen für Texte über Trümmer, Die Goldenen Zitronen und Messer schlug mein Herz für Diskurs Punk direkt ein paar BPM schneller.

Das Wetter ist ein Magazin das irgendwo zwischen DIY-Ethos und etablierten Musikzeitschriften schwebt, sich dabei jedoch nicht krumm macht, um zu gefallen. So schreibt Chefredakteur Sascha Ehlert im Editorial „[…] Nur so konnten wir überhaupt in einer Zeit, so schnelllebig wie die unsere, auf die Idee kommen, zu glauben, dass es Menschen gibt, die dafür Geld ausgeben wollen, auf knapp 100 Seiten das zu lesen, was wir zu sagen haben.“ Diese Menschen gibt es.

Verfolgt man die Facebook Seite von Das Wetter merkt man das innerhalb eines Monates knapp 1600 Leute die Seite „geliked“ haben. Vollkommen zu Recht, hier wird nicht nur über Bands und Künstler geschrieben, sondern sie kommen selbst zu Wort. So schreibt Paul Pötsch, seines Zeichens Sänger bei Trümmer, über Harald Welzers „Selbst denken – Eine Anleitung zum Widerstand“ und überträgt gekonnt Parolen wie „Nichtinstrumentelle Beziehungen von Menschen untereinander sind prinzipiell Widerstandsnester“ auf sein eigenes Umfeld aus Band, Clubs und Künstlerkollektiven.

Jiles und Oskar Wald von der Berliner Band Chuckamuck sprechen sehr unterhaltsam über die Entstehung ihrer Band, Provinzleben, Freibier, Mädchen und die DIY Kultur und in eben jenem Zug steuert der rotznäsige Sänger Oskar auch seinen Comic „56 Panels“ bei. Interessant wird es auch, wenn Philipp Wulf und Hendrik Otremba von der Gruppe Messer Die Goldenen Zitronen interviewen und dabei über Arbeitsschritte beim neuen Album genau wie über Feindbilder und Diskurs diskutieren.

Ach ja, Messer, exklusiv werden hier die Texte vom neuen Album „Die Unsichtbaren“ abgedruckt und besprochen und das von niemand anderem als dem Kolossale Jugend Sänger Kristof Schreuf. Als wär das nicht genug, steuert Otremba auch das Coverdesign bei, ein Aquarell und Tusche Porträt von Casper.

Und hier kommen wir auch zum einzigen Manko, das ich sehe, Das Wetter schafft es, gekonnt um Mainstream Kontexte herumzuschiffen und doch teilen sie sich das selbe Titelthema wie Spex oder Musikexpress.

Das tut dem Magazin jedoch absolut keinen Abbruch. Deshalb freue ich mich auf Ausgabe Nr. 2, die im Januar erscheinen soll, und hoffe, dass die Crew um Sascha Ehlert sich treu bleibt. Dann kann eigentlich nichts schiefgehen!

Die erste Ausgabe von DAS WETTER kann man hier bestellen. Ausgabe #2 erscheint im Januar 2014.

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