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Die Amerikaner Rosetta agieren nun seit einiger Zeit unter dem Deckmantel des Geheimtipps und konnten diesen bisher noch nie so ganz ablegen. Auch mit „Quintessential Ephemera“ gelingt die Emanzipation nicht vollends.

Hinter dem ausgeklügeltem Titel des Albums verbirgt sich, bis auf Intro und Outro, eine Ansammlung unbetitelter Songs. Die ersten paar Durchläufen von „Quintessential Ephemera“ wirken musikalisch in etwa so interessant, wie es semantisch spannend ist sich auf der Rückseite des Albums die Titel durchzulesen. Aber wer möchte mehr Interpretationsfreiraum schon widersprechen?

Rosetta machen jedenfalls nach wie vor Post-Metal mit einem gewissen melancholischen Einschlag. In manchen Songs liegt der Fokus eher auf dominanten und rhythmischen Riffs die sukzessive den Härtegrad anziehen, während sich andere Songs eher darauf konzentrieren Stimmung zu erschaffen. Hin und wieder wünscht man sich als Zuhörer, die Musiker mögen sich für das eine oder das andere entscheiden, da die Melange teilweise nicht begeistert und es ebenso schwer fällt sich auf die eine oder andere Seite des Ganzen einzulassen.

Auch der Sound des Albums wirkt unentschlossen. Die Bekenntnis zu analogen Sounds ohne viel digitaler Nachbearbeitung ist in einer Musikwelt voller Loudness war durchaus wünschenswert und steht einigen Songs auch gut zu Gesicht, gerade die härteren Passagen würden manches Mal trotzdem mehr Druck benötigen um sich vollends zu entfalten. Eine ausgewogenere Balance im Sound hatte man beispielsweise noch bei der großartigen EP „Flies To Flame“.
Rosetta wissen allerdings durch detailverliebtes Schlagzeugspiel und erfrischende Bassläufe auch zu gefallen, wodurch einige Songs sich als sogenannte Grower entpuppen. Replay-Anspieltipps: 1, 6, 7.

Hier funktionieren Instrumentierung, Songwriting und Sound als Einheit, was man von einigen anderen Kompositionen leider nicht behaupten kann.
Eine neue Facette im Sound ist der Gesang des City Of Ships-Gitarristen Eric Jernigan, der die Band auf unbestimmte Zeit verstärkt, und gesanglich einen Gegenpol zum Frontshouter Michael Armine darstellt. Wirkt sein in höheren Tonlagen angesiedeltes Singen bei den ersten Durchläufen noch als beinahe kitschiger Störfaktor, entpuppt er sich später als relativ clever eingesetztes zusätzliches Stilmittel, welches sich, wenn auch klebrig, in den Gehörgängen festsetzt.
Damit aus dem Geheimtipp kein ewiger Geheimtipp wird, sollten Rosetta auf dem nächsten Album versuchen, von ihren mannigfaltig vorhandenen Talenten jene zu bündeln, die miteinander im Sinne des Songs funktionieren, um ein durchgängig schlüssiges Album zu veröffentlichen.

Rosetta im Web!

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