Rotting In Dirt ist eine Band, die aus der Asche der großartigen und leider doch eher unbekannten Barrow entstanden sind.

Vö: 30.01.2019 D.I.Y. Download

Während die Vorgängerband eher melancholisch-atmosphärisch und zerfahren waren, sind Rotting In Dirt sowas wie der völlig durchgeknallte Bruder der aufgelösten Band aus Greensboro, North Carolina.

„Fathoms“ packt den Hörer direkt an der Kehle und schüttelt ihn durch. Die Dissonanzen sind übersteuert und kaum erträglich. Mit hysterischem Kreischen und Tempowechseln nimmt der Song ordentlich Fahrt auf. In etwas mehr als einer Minute weiß man, wo es lang geht. „Tragic Slip“ beginnt mit einem Blastbeat, geht aber recht schnell in doomige Gefilde über, um danach nur noch finsterer über einen zu brechen. Der Bass ist sehr prägnant und vordergründig. Der Doppelgesang zur Mitte klingt nur noch böser. Das Ende kommt tatsächlich etwas groovig und erinnert leicht an die Krachkönige aus Sacremento, Will Haven.

„Through The Chain Veil“ bildet das Herzstück der knapp 18minütigen Erstveröffentlichung und entpuppt sich als zäher Brocken. Hier werden Erinnerungen an die chaotischen Anfänge von Isis oder auch Cult Leader wach. Durch das sehr wütend-verzweifelte Geschreie von Travis Schuster behalten Rotting In Dirt jedoch jederzeit ihre Eigenständigkeit. „Thirst“ ist eine Stop-and-Go Tour de Force. Geknüppel wechselt sich mit sludgigen Grooves ab. Nach einer Minute gibt es eine kleine Verschnaufpause, die allerdings schnell vorbei ist. Auch hier könnte das Ende ebenso auf „The Red Sea“ platziert gewesen sein. „The Aviary“ lässt zum Anfang etwas wie Melodie aufkommen, wird aber genauso eingerissen, wie die vorherigen Songs. Die drei beteiligten Musiker zeigen nochmal ihr komplettes Repertoire und lassen keine Zweifel, dass sie die Welt brennen sehen wollen.

„Dredge“ reißt in weniger als 20 Minuten alles ein, was sich in den Weg stellt. Die Produktion ist sehr rau und bewusst übersteuert, Saiteninstrumente derbst verzerrt und über allem thront das durch Mark-und-Bein-gehende Geschrei. Wer sich mal wieder ordentlich die Ohren durch pusten lassen möchte oder ein Faible für Chaoscore und Noise hat, der sollte definitiv reinhören. Wie soll dieses Gemetzel nur auf Albumlänge klingen? Sehr wahrscheinlich verdammt laut…

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  • 8/10
    Autor Heiko Lüker - 8/10
8/10

Kurzfassung

„Dredge“ reißt in weniger als 20 Minuten alles ein, was sich in den Weg stellt. Die Produktion ist sehr rau und bewusst übersteuert, Saiteninstrumente derbst verzerrt und über allem thront das durch Mark-und-Bein-gehende Geschrei. Wer sich mal wieder ordentlich die Ohren durch pusten lassen möchte oder ein Faible für Chaoscore und Noise hat, der sollte definitiv reinhören.

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