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SÂVER ist das neue Projekt von Ole Christian Helstad, Ole Ulvik Rokseth und Markus Støle von Tombstones und Hymn.

Vö: 08.03.2019Pelagic RecordsLP kaufen

Wie nicht anders zu erwarten kommt das norwegische Stoner-/Doom-/Post-Rock-Trio SÂVER mit ihrem Debüt-Album They Came With Sunlight genau da hin, wo es weh tut.

Und das ist gut so, denn ab und an müssen die Gehörgänge freigepustet werden, um wahrzunehmen, dass es da auch ganz clevere Hooks und Riffs gibt. Aber ein ist klar, da kommt ein echt harter Brocken auf das Trommelfell zu. Dieses Album ist nichts für Teelichter-KäuferInnen und Cappuccino-SchlürferInnen.

Die Musik von SÂVER zeichnet sich durch Gradlinigkeit, eine starke Komponente apokalyptischer Synthesizer und konsequent eingesetzter struktureller Elektronik aus, die über der harten und rauen Basis von schweren Gitarren und dumpfen Bässen schwebt.

Dazu eine ständig feuernde Drum-Batterie, eine Melange, die unglaublich gut funktioniert und in der Welt von Heavy immer beliebter wird. In dem Kontext werden Songtexte tatsächlich überschätzt und wirken hier wie ein weiteres Klanginstrument.

Nach dem vorab veröffentlichten Video zu Dissolve to Ashes waren die Erwartungen schon ziemlich hoch gesteckt aber diese Latte ist für die drei Norweger eher eine niedrige Hürde, so dass die Songs souverän und präzise daherkommen. Niemals würde man beim anonymen Hören dieses Gesamt-Kunstwerks annehmen, dass es sich um das Debüt-Album handelt, denn die Songs wirken reif und ausarrangiert. Die Übergänge sind zu gut gestaltet, das Tempo und die Stimmung zu dicht und konsequent und eine große Ruhe liegt in oder unter der Schwere, etwas, das junge Bands selten schaffen. Die Band nahm das Album im Mai 2018 im schwedischen Norrköping auf, während sie im nahegelegenen schwedischen Wald gemeinsam zeltete.

Einzelne Songs aus dem 6-Track-Album herauszunehmen macht keinen Sinn, denn das Album funktioniert am besten in seiner rohen Gesamtheit.

Über dem Opener Distant Path und den folgenden Songs I, Vanish und Influx liegt das erdrückende Gefühl des Erobert-werdens, als wenn mit den ersten Sonnenstrahlen des Morgens eine Horte brüllender Wikinger des Altertums brutal raubend, vergewaltigend und mordend über ein in Frieden lebendes Volk einfällt. 

In der Mitte des Albums wendet sich diese Stimmung in ein dumpfes und stoisches Bewahren der Macht bei How they Envisioned Life bis in den letzten beiden Tracks Dissolve to Ashes und Altered Light tatsächlich eine vorher nicht erwartete Helligkeit und Weite in die Tracks eindringt. Hier werden neue Wege beschritten, musikalisch und atmosphärisch.

„Bei vielen Texten geht es um die Idee, diese Welt hinter sich zu lassen, und zwar auf etwas Unbestimmtes hin“, erklärt SÂVER im Pressetext zum Album. „Was die Ewigkeit des Kosmos zu einem unvermeidlichen Bild im Sucher macht. Als ob man auf einer Straße geht, immer aufwärts ohne Rückspiegel.“

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Bewertung des Autors Richard Kilian
Zusammenfassung
Ein rundum gelungenes Debüt-Album. Wer keine Angst vor harten Riffs und gebrüllten Texten hat, wird richtig viel Spaß haben. Kein Album für Jedermann. Hier passt, was Oliver Kahn einmal in seiner unnachahmlichen Art festgestellt hat „Eier, wir brauchen Eier“.
4
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