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Unglaubliche 29 Jahre nach seinem ersten Solo-Album High Llamas (1990) veröffentlicht der irische Singer, Songwriter und Multi-Instrumentalist Sean O’Hagan, Mastermind der Art-Pop- und Easy-Listening-Kultband The High Llamas, sein zweites Solo-Album Radum Calls, Radum Calls, das sich nahtlos in die bekannten Songstrukturen und Melodien der letzten The High Llamas-Alben einreiht.

Vö: 25.10.2019Drag CityLP kaufen
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Bekannt geworden ist Sean O’Hagan als Co-Songwriter und Gitarrist des in den 80er-Jahren insbesondere in England und Irland populären Duos Microdisney zusammen mit Cathal Coughlan (Keyboards und Gesang). Nach der Trennung in 1988 gründete O’Hagan seine Band The High Llamas, bei der er neben dem Gesang meist auch alle Instrumente auf den Album-Einspielungen übernahm und Coughlan die Art-Rock-Band The Fatima Mansions. Im Jahr 2018 vereinten sich die beiden zu einer Reunion-Tour und spielten live in Dublin und London. Im Februar 2019 traten sie zu den bisher letzten gemeinsamen Shows in Dublin und Cork auf.

Das aktuelle Album Radum Calls, Radum Calls zeigt, dass O’Hagan nach seinen musikalischen Ausflügen zu Soundtracks und der Vertonung von Zeichnungen, immer noch die gleichklingen Songs produzieren kann, die seine Fangemeinde von Ihm erwartet. Auf dem Album gibt es 12 Songs mit dem Charme des Easy-Listening verziert mit einer ganzen Menge an Synthesizer-Loops und anderer elektronischer Spielereien.

Die sehr unterschiedlichen Songs wirken in ihrer Gesamtheit – wie immer bei The High Llamas – als komplexes Konzeptalbum, dass alle Höhen und Tiefen aber auch die hellen und dunklen Ecken beleuchtet. Sinnvollerweise sollte man sich das Album daher am Stück anhören und da macht es auch keinen Sinn einzelne Songs herauszunehmen, da nur alle zusammen das große Ganze ergeben.

Die neue Werkschau von Sean O’Hagan muss aber enttäuschen, denn nach etwa der Hälfte des Album kommt einem das musikalische Konzept fast schon beliebig vor. Hat man das nicht schon gehört? Klingen die Arrangement und die Songs nicht wie auf Gideon Gaye (1994), Buzzle Bee (2000) oder Talahomi Way (2011). Sicherlich freut es die Fans, Neues von Sean O’Hagan zu hören, doch insgesamt fehlt es an der Auseinandersetzung des Künstlers mit der veränderten Weltsituation. Alle Arrangements und Songs klingen genauso wie Anfang der 90er Jahre.    

Im Pressetext kann man dazu folgendes lesen:

„Der 60jährige Kopf der High Llamas mit seinem 2ten Soloalbum nach 30 Jahren, das den plüschigen Art-Pop seiner Hauptband aufgreift und Elemente des 60er Jahre Easy Listening und Barock-Pop aufgreift, mit wunderschönen Harfen, Streichern, Bläsern, Tasteninstrumenten und Vintage-Equipment aufwartet, immer wieder auf den Sound einer prähistorischen Drumbox setzt und immer dann, wenn man es sich in seinem ambitionierten Schmalz bequem macht, mit einer desorientierenden Akkordfolge aufwartet oder einen psychedelischen Drift wagt.“

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Zusammenfassung
Ein enttäuschendes Album des wunderbaren Sean O'Hagan, das handwerklich überzeugen kann aber musikalisch und melodisch leider nur Altbekanntes und tatsächlich nichts Neues zu bieten hat. Da greift man lieber zu einem der älteren Alben von The High Llamas.
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