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„Früher war alles besser“. Ein Satz, den wahrscheinlich schon sehr viele Enkel von ihren Großeltern hören mussten, wenn diese von damals -previous – erzählen. Marc Weber aka Seefeld erzählt auf seinem Debutalbum auch von früher und setzt seiner Großmutter, deren Nachnamen sein Projekt trägt, gewissermaßen ein Denkmal.

Wir wissen nicht, ob Oma Seefeld von einer glücklichen Vergangenheit erzählt hat, ihr Enkel erweckt mit seinem musikalischen Rückblick auf seine Vergangenheit aber durchaus den Anschein, daß es viele schöne Episoden in seinem Leben gab. Glücklicherweise erzählt Seefeld auf Previous die positiven Momente nicht melancholisch, muffig, verklärend, sondern auf eine angenehm frische Art, mit einem so gar nicht angestaubten Sound. Das ist irgendwie Ambient, irgendwie Drone, irgendwie auch ein wenig Glitch. Da zischt und zirpt und fiept es gleichzeitig, ohne dabei zu abstrakt zu wirken, ab und an klimperts und manchmal kommen sogar schöne orchestral klingende Flächen zwischen diesen vielen kleinteiligen Sounds zum Vorschein. Überwiegend hat das alles einen gewissen Wohlfühlfaktor, der nie schwülstig oder gar kitschig wirkt. Das Album hat seine größten Momente vor allem beim letzten Track „House Of Starck“, in dem die Flächen überwiegen. Aber auch hier wird nicht auf das Kleinteilige verzichtet.

Man fühlt sich permanent an Jim O’Rourkes (ja, der Sonic Youth O’Rourke, der nicht nur Gitarre kann) „I’m Happy, and I’m Singing, and a 1, 2, 3, 4“ von 2001 erinnert. Allein der Titel spricht hier Bände. Durch sein Alter ist das Album natürlich auch schon ein Stück „früher“. Leider muss man hier dann aber sagen: „Früher war alles besser“, naja, zumindest einiges. Bei allem Wohlklang den Seefeld verbreitet, wirkt O’Rourkes Werk kompositorisch deutlich behänder. Es wird beim Ex-Sonic Youth Mitstreiter deutlich klarer, was er seinen Zuhörern erzählen will. Für ein Erstlingswerk ist Previous aber durchaus schon auf einem passablen Level. Wenn Seefeld selbst einmal im Großvater-Alter ist, wird man sich wohl mit Freuden einen Schwank aus seiner Jugend, musikalisch dargeboten, erzählen lassen.

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