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Sergeant Pluck Himself machen alles richtig. Die unheimlich amtliche Produktion stellt so manchen Alternative/Indie Bestseller aus den USA in den Schatten und der transparenter Mix von Alexander Lausch kommt besonders gut, wenn man dieses Werk über Kopfhörer genießt.

Alternative Rock mit Pop-Appeal und Dischord Einflüssen findet man nicht oft! Vermutlich würde man solch eine Band eher in den USA suchen und nicht, wie hier, in Österreich finden. Das Trio aus Österreich knallt einem ein Album durch die Gehörgänge, dass es eine wahre Freude ist. Bassläufe aus der Dischord Schule kommen so unheimlich druckvoll aus den Lautsprechern, dass die mit Wasser gefüllte Blumenvase zum Wellenbad mutiert.

Dazu gesellen sich schneidende, melodieverliebte Riffattacken, die teilweise sogar den ehrwürdigen Helmet Konkurrenz machen. Matthias Ledwinkas charismatischer Gesang thront über den kompliziert arrangierten Songs und sorgt für den nötigen Wiedererkennungswert dieser tollen Band. Der Opener „Bruin“ erinnert mit seinen mehrstimmigen Gesangsharmonien an eine Mischung aus den frühen Foo Fighters und den Ikonen Shiner (kennt die noch jemand?). Die wuchtigen Drums und dieser Basslauf hätten damals vermutlich sogar Barkmarket vor Neid erblassen lassen. Der Song ist der perfekte Opener für ein Album, in dessen Verlauf man sich immer wieder an die ganz Großen des Alternative/Indie Genres erinnert fühlt, aber trotzdem immer das Gefühl hat, dass das irgendwie einzigartig ist. Es ist die Kombination aus unterschiedlichen Stilrichtungen der neunziger Jahre. „Howard Dick“, der zweite Song, ist ein schnellerer Song mit interessanter Rhythmik, tollem clean gespielten Riff und extremen Pop-Appeal. Dieser Song hätte auch gut auf ein neues Jawbox Album gepasst. Besonders Matthias Ledwinkas Stimme erinnert hier in der Melodieführung an J.Robbins. Der absolute Hammer ist für mich der Song „Steam“. Wie eine Dampfwalze kommt der Sound über einen und plättet auf sympathische Art und Weise mit Riffs aus Page Hamilton`s Werkstatt und Drumschlägen, die wie Peitschenhiebe die Richtung vorgeben.

Das nunmehr dritte Album der Österreicher verfügt über keine Ausfälle und beinhaltet eine Menge Songs mit Hitpotenzial. Schon Jonah Matranga (Far, Onelinedrawing, Gratitude, New End Original) sagte über das Trio: „This is music made by people that care. They care about the music, they care about each other, they care about the people listening.“ Und damit hat der Mann Recht. Sergeant Pluck Himself machen alles richtig. Die unheimlich amtliche Produktion stellt so manchen Alternative/Indie Bestseller aus den USA in den Schatten und der transparenter Mix von Alexander Lausch kommt besonders gut, wenn man dieses Werk über Kopfhörer genießt. Mit anderen Worten: Wer oben genannten Bands etwas abgewinnen kann und auf wunderbar rockige Hits steht, sollte hier definitiv mal ein Ohr riskieren. Eine Achterbahnfahrt durch die neunziger Jahre in einem modernen Soundgewand ist die größte Attraktion auf dem Jahrmarkt, der sich Pop nennt. Wer hier mitfahren will, kann bedenkenlos einsteigen. Punkt.

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