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sigur ros medMeð suð í eyrum við spilum endalaust (2008)

Wieder drei Jahre vergehen, wieder erscheint ein neues Sigur Rós-Album, diesmal hört es auf den Titel Með suð í eyrum við spilum endalaust und den kann ich mir auch nach fünf Jahren auf dem Markt noch nicht merken. Wenn Takk… „beinahe fröhlich“ war, dann ist Með suð í eyrum við spilum endalaust vermutlich irgendwas in die Richtung „geradezu ekstatisch“. Wer düstere Gitarrenwände erwartet hatte, wird schon nach den ersten Tönen von Gobbledigook ein wenig vom Stuhl gefallen sein. Uptempostücke mit fröhlichen Gesinge und Klatschen? Hoppla, erneut. Dieses Album stellte den bisher größten Bruch mit vorherigen Alben dar. Tatsächlich ist man hier fast ausnahmslos fröhlich, anstelle von bösen, apokalyptischem Dröhnen verzerrter Cellobogengitarren gibt’s hier beschwingte Refrains und Bläserkolonnen. Nun. Muss es auch geben. Ungewohnt ist das definitiv, aber Stücke wie Inní mér syngur vitleysingur, Við spilum endalaust und allen voran das großartige Festival machen den ersten, verwirrten Eindruck wieder wett. In der zweiten Hälfte wird es ein wenig trister, regnerischer, aber irgendwie ist das nicht Sigur Rós. Diese Band und „fröhlich“ passen zusammen wie… hm… diese Band und Palmen. Hm. Aber nun gut, alle kognitive Dissonanz beiseite: Dann sind die Isländer halt eben mal fröhlich, dann wieder betrübt. Muss es ja auch geben, solange es nach wie vor umwerfende Stücke gibt, selbst wenn man ruhiger wurde und auf Verzerrung verzichtet. Auf weitere Zusammenarbeit verzichtete man übrigens kurze Zeit auch: 2009, nach der Arbeit an einem neuen Album, das dann irgendwie in der Versenkung verschwand und vermutlich 2012 in Valtari endete, wird bekanntgegeben, dass die Band eine Pause einlegt – während Jónsi sich um seine Solokarriere und (Go Do) diverse, teils musikalische (Indian Summer), teils nicht wirklich musikalische Projekte mit seinem Partner Alex kümmert, kümmern sich die anderen Bandmitglieder um ihren Nachwuchs. Doch von Auflösung kann nicht die Rede sein, relativ schnell wird angekündigt, dass man an neuem Material arbeite. Für all die, die das zu sehr vermisst haben gab’s dann 2011 mit Inní als Wegzehrung ein weiteres, wunderbares Live-Album/Filmchen-mit-sehr-vielen-schwarzweiß-Flackereien, das fast alles, was man bei Sigur Rós als Klassiker bezeichnen könnte, zusammenbringt, bevor dann im Jahr 2012 Valtari erscheint – und erstmal wenig Begeisterung hervorruft.

Anspieltipps: Inní mér syngur vitleysingur, Festival, Fljótavík

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