Ein Konzert nach vielen Minuten der Live-Musik freien Zeit, unter freiem Himmel und bestuhlt. Ist das nun ernste Musik oder doch noch unterhaltende Musik?

Thees Uhlmann lädt in den Kölner Tanzbrunnen ein zu Songs & Stories. Musik, Lesung und ein gemütlicher Abend mit unterhaltsamen Geschichten.

Vor dem Konzert ertönt über die Lautsprecheranlage in unregelmäßigen Abständen ein Hinweis auf die geltenden Corona-Maßnahmen. Dazu gehört auch das Mitsingen, welches verboten ist. Zumindest Klatschen ist gern gesehen und auch die „Künstler“ würden sich darüber sicherlich freuen. Von Künstlerinnen hat man im Tanzbrunnen wohl noch nie was gehört.

Mit leichter Verspätung betritt Thees Uhlmann gemeinsam mit seinen beiden Freunden und Mitmusikern Simon und Rudi die Bühne. Eine kleine Geschichte über Köln und dann mit Fünf Jahre nicht gesungen das erste Lied des Abends. Zum ersten Mal kann man an diesem Abend im Sitzen wackelnde Menschen sehen, ein paar Finger gehen in die Luft. Darauf folgt eine Geschichte über das Pro und Contra von Krieg, ein Telefonat mit Marcus Wiebusch und auch die No Angels spielen keine geringe Rolle. Danke für die Angst ist das nächste Lied und das Wackeln und die Finger werden mehr. Das Schema bleibt bestehen. Auf ein Lied folgt eine Geschichte und auf eine Geschichte folgt ein Lied. Das Gute und Schöne ist, Thees Uhlmann kann Geschichten erzählen. Er verbindet Tragik und Komik und lässt seine Zuschauer:innen manchmal etwas ratlos in der Sonne sitzen, ob das wirklich alles so passiert ist. Dazwischen singt er Lieder von seinen Solo-Alben und von Tomte.

Lesepause. Der Künstler liest aus dem Spielbestseller Roman Sophia, der Tod und Ich, dem Buch, welches er selbst geschrieben hat. Auch dazu natürlich schmückende Geschichten über das Buch, über die gelesene Szene. Nach der Lesung zurück zum alten Schema. Lied folgt auf Geschichte, Geschichte folgt auf Lied. Zwei Coversongs, einmal von den Die Toten Hosen (Liebeslied) und einmal Kettcar (48 Stunden) und dann das letzte Lied Die Schönheit der Chance von Tomte. Das Publikum erhebt sich, fordert eine Zugabe und ist einfach nur dankbar für einen Augenblick von Live-Musik.

Während im Rücken der Zuschauer:innen die Sonne untergeht, singt Thees Uhlmann:
Ein Satellit sendet leise / Von den äußeren Ringen des Saturn / Ohne dich wären die Welt und ich verloren.

Titelbild: Thees Uhlmann | (c) Paul Schall

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