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Sonntagskolumne – Die mieseste Kredithaibande der Stadt


Frisch ists, auf den Gipfeln Schnee. Diese Woche Grüße an DER TÄUBLING. Wie mal versprochen sollte es ein Interview mit dem Täubling geben, dazu kam es bisher nicht, aus Gründen. Jedenfalls war diese Woche Release auf Sichtexot, wo deutscher Rap wohnt, den man auf Galerieeröffnungen hört.

Der Täubling war immer schon arg nah am Kunstboheme, ich habe ihn im riesigen, unbeheizten Westpol A.I.R. Space in Leipzig gesehen, als Liveact zur Eröffnung oder zum Abschluss von irgendwas, das den Raum nur so halb füllen konnte, was der Täubling im Gegensatz dazu so nebenbei eben ganz besonders gut kann. Wir saßen also so auf dem Boden, weil an Stehen schon länger nicht zu denken war und da oben auf der Bühne stand der Täubling nebst nahezu entblößtem Toyboy (hat dieser auch die Musikkonserve bedient? Nebel) Der Maestro selbst gekleidet in wilhelminischem Zwirn plus Maske, über die hier nichts weiter gesagt wird, fein fein Sekt trinkend und liebevoll Touretten drehend: Der Täubling, ui! Neben mir war alles andächtig, wissend. Ich zu dem Zeitpunkt gut dichtgemacht und schlichtweg glücklich überfordert von der Bühnenpräsenz, der queeren Selbstverständlichkeit und dem Gefühl, dass aus dieser Scheissstadt doch irgendwas geiles kommt, was nicht Techno ist oder „voll berlin“, jedenfalls grandios begeistert, entgrenzt (…) klatschend. Selbst hartnäckigste Spexleser-Armekreuzer konnten geniessende Körperreaktionen (wippen, nicken, lächeln, glucksen, augenschliessen, es akzeptieren) kaum unterdrücken, zumindest im unmittelbar wahrnehmbaren Zehnmeterkreis um die Bühne herum, nunja. Der Täubling war danach mein Held, besonders weil Auftritte rar und gülden waren und der Stadt damit ein wenig Legende gegeben wurde. (ER läuft hier herum, wie sieht er wohl unter der Maske aus, quasi Cro via Gayromeo suchen!)

Nach gefühlt ewig langer „Geheimtipp!“-Säuselei gibt es nun Fotos ohne Maske, Vice-Prestreaming und Institut für Zukunft-Releaseparty an Führers Geburtstag (chapeau!)

Das gesamte Album lebt vom Ur-Täubling-Misanthropenheckmeck und das grosse Geld kommt dann über Konzerte rein, die unbedingt zu besuchen sind.

28.04. Chemnitz – Nikola Tesla
30.04. Dresden – Groovestation
05.05. Trier – Exhaus
06.05. Stuttgart – Freund und Kupferstecher
12.05. Duisburg – Djäzz
13.05. Halle/S. – Chaise
19.05. Nürnberg – Z-Bau
26.05. Frankfurt/Main – Secret Location

Der Grund für das alles!

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