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Sonntagskolumne – Die mieseste Kredithaibande der Stadt


Es reizt sehr, jetzt irgendwas über Helmut Kohls letzten Mittelfinger ans doitsche Volk zu schreiben, der in Form von Exilstaatsakt et cetera just dieses Wochenende passiert ist, aber der Soundtrack dazu wäre vermutlich blechblasinstrumental und deswegen nicht so sehr themennah (was ja auch sonst schon schwierig ist) deswegen ein fixer Blick ins Feuilleton der SZ, wo in der Sektion Grossformat ein sozusagen gratis A2-Kraftwerk-Poster enthalten ist (Wegen Tour de France und Playback-Lasershow in Düsseldorf), der Rest SZ ist wie immer lesbar und sogar spannend, weil dieser Peymann sich verabschiedet und rumgrollt wegen 68er-Theater und Neoliberalismus und Berlin und dem schlimmen Tommy, dies und das eben, was ganzseitig neben dem Kraftwerkposter steht.

In Hamburg ist G20, was mich zu einer neuerlichen Fahrpreisnacherhebung gen Hanse anfixt, alleine wegen Demo-Folklore und dem süsslichen Geruch von Ausnahmesituation (hier: linke Gruppen gemeinsam gegen etwas) und weil Hamburg jetzt so richtig schön ist. Leider derzeit keine schwarze Regenjacke am Start, sonst gern. Wieder SZ: Karl-Heinz Dellwo darf Che Guevara (richtig) und Helmut Kohl (falsch) zitieren, in umgekehrter Reihenfolge. Endlich den Slime-Hit bzw. dessen Ursprung am Hamburger Dammtor-Kriegerdenkmal verstanden: Ui. Liebevoll wird auf die Stuck-und-Dielen-Ideologie eingegangen, aber gibt es nicht trotzdem immer noch mehr Menschen, die an dieser (deutschen) Wohlfühlsoße mindestens emotional verrecken, als Menschen, denen das hier gefällt?

Passend dazu die Ehe für alle verabschiedet, nice! Lustig: Es gibt eigentlich die ganze Zeit eine rotrotgrüne Mehrheit, bloss keiner nutzt die, ausser so kurz vor den Sommerferien für Wohlfühlthemen wie dieses. Hat selbst hier in Thüringen keine Sau interessiert, irgendwie.

Damit das hier nicht ausschließlich zum Flachbohrerpolittext wird, noch ein paar Gedanken zu nächster Woche, wenn in Rudolstadt World- und Folkfestival ist, für das dieser Autor sich hoffentlich noch akkreditieren kann, obwohl am Donnerstag die Frist zuende gegangen ist. Liebe Frau Laura Künzel, der Alltag hier in der Provinz ist so öde und nur mit digitaler Zwangsernährung zu gewährleisten, die brutale Realität hingegen prasselt auf mich ein und hinterlässt tiefe Wunden, die nur von einem gut kuratierten Musikfest geheilt werden können. Seien Sie kulant, helfen Sie!

Gruß
Ein Autor.

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