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14 Jahre sind eine verdammt lange Zeit.

Vö: 10.04.2020Dine Alone RecordsLP kaufen

2006 kam das letzte, so wichtige dritte, Album Threes der Texaner Sparta um Jim Ward raus und zeigte nach dem etwas ungestümen Debüt Wiretap Scars von 2002 und dem sich anderen Einflüssen öffnenden Porcelain 2004 eine zusammengewachsene Band, die sich dem Stadionrock nicht verschließt ohne sich eine gewisse Jugend zu bewahren.

Nachdem die Band 2008 eine unbestimmte Pause einlegte, aus der man sich 2011 mit ein paar Auftritten zurückmeldete, um jedoch nochmalig bis 2017 in den Winterschlaf zu verfallen, spielten Sparta nach einigen Besetzungswechseln endlich wieder Konzerte und präsentierten dabei die ersten neuen Songs. Die Fans mussten sich jedoch bis Anfang diesen Jahres gedulden bis das neue Album Trust The River endlich angekündigt wurde, was nun das Licht der Welt erblicken darf.

Class Blue ist als Opener perfekt gewählt. Leicht melancholisch aber voller Hoffnung wird der Hörer empfangen. Alles klingt sehr reduziert und so, als wäre das Album live im Studio eingespielt worden, hier und da nicht ganz so sauber aber um so ehrlicher.

Das bereits bekannte Cat Stream ist ein ordentlicher Rocker, der nicht lange fackelt und sofort nach Vorne geht. Turquoise Dream ist da schon etwas entspannter und wird von dezenten Keys und leisen Chören begleitet. Gegen Ende des Songs zeigt sich dann, dass man die großen Gesten nicht verlernt hat und immer noch ein wenig Richtung Stadion schielt. Ein kleines Gitarrensolo unterstützt diesen Eindruck.

Danach werden mit Spirit Away ruhige Töne eingeschlagen. Begleitet von Streichern und einer Akustikgitarre klingt der Song wie für einen Western gemacht, bei dem der einsame Cowboy durch die Wüste reitet in Gedanken an seine verlorene Liebe versunken. Das Stück ist ein Duett mit einer weiblichen Stimme, das tatsächlich an ein bekanntes Duett, in dem eine Rose eine gewisse Rolle spielt, erinnert. Thematisch geht es hier auch um das eher dunklere Thema Entführung. Großes Kino und das erste richtige Highlight.

Believe, ebenfalls schon ein bekanntes Stück, lässt das leicht unwohle Gefühl des vorangegangenen Songs jedoch wieder schnell verfliegen und zeigt sich als hoffnungsvoll, während Graveyard Luck ein sehr grooviger Rocker ist, besonders das Bassspiel ist hier sehr hörenswert. Dead End Signs ist eine Klavierballade, die zeigt, dass Jim Ward nicht verlernt hat auch sehr gefühlvoll zu singen.

Das kürzlich vorab veröffentlichte Miracle ist ein für Sparta typischer Song, der sich immer wieder aufbäumt und dann doch zurück zur Ruhe findet. Schön wie hier mit Dynamiken gespielt wird, um zum Ende hin doch etwas lauter zu werden. Für mich definitiv ein weiteres großes Highlight.

Empty Houses zeigt sich wieder etwas nachdenklicher, aber auch hier schwebt dieses wohlige Gefühl von Hoffnung mit, was durchaus ein gewisses Markenzeichen der Band ist. No One Can Be Nowhere zeigt nochmal alles, was Sparta ausmacht und beendet das Album nach einem ruhigeren Anfang mit einem lauten Knall.

Trust The River zeigt eine Band, die weiß, was sie kann und was sie will. Und das ist nicht weniger als tolle Musik zu schreiben, die trotz der reduzierten Herangehensweise sehr tief geht. Unterstrichen wird das alles von einer erdig und warm klingenden Produktion. Das Einzige, was etwas schade ist, ist die Tatsache, dass Sparta leider nur 33 Minuten Material auf das Album gepackt, dafür aber auf den Punkt spielen und so ein großes Ausrufezeichen gesetzt haben, welches das vermittelt, was im aktuellen Geschehen das vermittelt, was vielerorts gebraucht wird. Hoffentlich kann man die Umsetzung in diesem Jahr live bewundern.

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Zusammenfassung
Trust The River zeigt eine Band, die weiß, was sie kann und was sie will. Und das ist nicht weniger als tolle Musik zu schreiben, die trotz der reduzierten Herangehensweise sehr tief geht.
4.5
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