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Reden wir mal über das gute alte „Wollen“: Über den Willen zum Ausbruch, über den Willen zur Innovation, über den Willen, sich nicht so einfach in eine Schublade stecken zu lassen und von mir aus auch einfach darüber, dass man damit vielleicht zu viel gewollt hat.

„Keep it real Keep it authentic keep it StarfishPrime“, liest man auf der bandeigenen Myspace-Seite. Bei solch dicken (und gar noch anderen) Tönen will man natürlich gleich mit der Kettensäge in den Selbststreichelzoo der zu rezensierenden Band mit „postmodernen“(sic!) Ansprüchen rennen. Aber: Wollen(!) wir mal nicht so sein und geben der mit betontem Aufwand produzierten Scheibe eine Chance. Und siehe da, es geht doch. Progressive Anleihen, schrammelige Gitarren (die dabei nie unpräzise wirken), ein erquickliches Maß an Soundgestaltung und ein sehr musikalischer Schlagzeuger treffen auf einen Sänger, der auch Brian Molko’s osteuropäischer Zwillingsbruder sein könnte, käme nicht an jeder Ecke ein latenter Hang zu musicalreifen Darbietungen zu Tage. Die Songs wirken durchkomponiert mit Herz und Kopf und darüber hinaus wie aus einem Guss; hier wurde viel Arbeit in Details gesteckt. Und in dem steckt bekanntlich der Teufel: Ab der empfundenen Hälfte des Albums arten kleine Zwischenpassagen in vokalvirtuose Intermezzi aus, die jedoch ob des Eingangs angedeuteten „zu-viel-wollens“ schnell den Eindruck erwecken, man hätte im Studio eine Katze oder gar mehrere gequält. Das macht Songs wie „fear of empty spaces“ und „hazardous areas“ nahezu unerträglich. Gegen Ende werden zusammen mit dem Titeltrack nochmal die Stärken ausgepackt; hier verknüpfen sich feinste Intrumentalteppiche mit einer DEZENTEN Gesangsdarbietung, bevor der Wille zur Virtuosität mal wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Hört sich eher an wie Devil Doll auf Drogen und ist vehement Schade.

Fazit:
Postmodern, kompostmodern. Wenn es repräsentativ für unsere Zeit ist, dass jeder kleine Auswuchs von Tätigkeit durch Wettbewerbsgedanken zu Mumpitz wird, dann haben StarfishPrime es leider geschafft, dem auch zum Opfer zu fallen. Wollten sie ja anscheinend auch. Bleibt nur zu hoffen, dass die durchaus vorhandenen, guten Ansätze sich weiter entfalten können, wenn die Burschens aus dem Rheinland sich die Hörner abgestoßen haben. Sollten sie ja mit dieser Platte zur Genüge.

 

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Christoph
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Christoph

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