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Manchmal passiert es, dass neue Alben erst nach einiger Zeit den Weg zum Rezensenten finden. Manchmal weil die Band zu unbekannt ist, weil kein großes Label dahinter steckt oder weil die Band selber nicht genau weiß, was sie tun muss, damit ihr Album ein Review bekommt.

Vö: 15.12.2018DIYBandcamp

Manchmal kommen verschiedenste Dinge zusammen und so schaffen es Stay mit ihrem Album Hope erst jetzt zu uns, obwohl dieses bereits vor Zeiten von Corona, im Dezember 2018 veröffentlicht wurde. 

Zum ersten Mal bin ich Anfang 2018 auf die 5 köpfige Band aus Halle/Saale und Umland aufmerksam geworden. Als Support Act für Unter Wölfen und LIRR. spielten sie erste Songs ihres damals noch nicht fertig gestellten Albums Hope und zogen bei allen umstehenden Zuhörern unmittelbar die Aufmerksamkeit im Conne Island (Leipzig) auf sich. Lange zuvor konnte ich das nicht mehr erleben, dass eine Vorband mehr Zuspruch generiert als die Hauptband. 

Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich die Band live zu Gesicht bekomme. Mit einem Unterschied. Von Mal zu Mal stieg die Zahl der Fans, wobei das Publikum zunehmend textsicherer wurde und ein Großteil der Singalongs mitsang. 

Mit ihrem Mix aus Post-Rock, Shoegaze, Metal, Post-Hardcore und Dreampop verbinden sie viele stilprägende Einflüsse zu einer Einheit, die nur schwer in Worte zu fassen ist.

Für Hörer die sich das nicht vorstellen können findet sich am ehesten folgender Vergleich: Turnover trifft auf Being As An Ocean, Casey auf Tycho und Slow Crush auf Verse. Zugegeben, dass sind ziemlich viele große Namen, jedoch schafft es kaum eine Band wie Stay ihre musikalischen Wurzeln so aufeinander abzustimmen, dass etwas völlig eigenes entsteht. 

Mit Hope hat die Band ein Album geschrieben, dass ohne Bedenken als zeitloser Klassiker betitelt werden darf. Die Songs sind wahre „Grower“ und so setzen sie sich mit jedem weiterem hören im Kopf fest. Mit unter anderem Themen wie: dem eigenen Scheitern, Tod und zerbrochenen Beziehungen ist diese Platte dauerhaft aktuell.

Sänger Christoph bettet alle Texte mit absolutem Gefühl in den Soundteppich von Stay ein und findet für jeden Song die passenden Worte. Der Spoken-Word-Charakter und die zusätzlichen Singalongs der Band kommen auf den Punkt und reißen jeden Hörer mit in Ihren Bann. Die Gitarren sind an Gefühl kaum zu übertreffen und umschließen die Songs mit den sphärischen Drums und Bass als eine Einheit. 

Diese Band versteht sich als Eins. Niemand versteht es zur Zeit besser ein Gefühl vom Alleinsein mit seiner Musik zu umhüllen. Ein Album, 7 Songs und jeder ein Hit. Definitiv eine der 10 Platten für die einsame Insel.

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Zusammenfassung
Diese Band versteht sich als Eins. Niemand versteht es zur Zeit besser ein Gefühl vom Alleinsein mit seiner Musik zu umhüllen. Ein Album, 7 Songs und jeder ein Hit. Definitiv eine der 10 Platten für die einsame Insel.
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