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Wenn alte hochgeschätzte Weggefährte uns verlassen, bleibt immer auch ein Stück von Ihnen hier. Steve Earle widmet das neue Album seinem 2016 verstorbenen Vorbild und Mentor Guy Clarke, mit dem er als junger Mann Mitte der 70er Jahre in Nashville zusammen gespielt hat.

Vö: 29.03.2019New WestLP kaufen

Damals war Guy Clarke der dominierende Country-Singer-Songwriter und sein Song LA Freeway war auf Platz 1 der Country-Charts. Unterstützt von Genre-Größen wie Emmylou Harris, Rodney Crowell, Terry Allen, Jerry Jeff Walker und Weiteren hat Steve Earle ein Album eingespielt, welches als Huldigung an Guy Clarke gedacht ist und daher den Titel „Guy“ trägt. Die Veröffentlichung erfolgt am 29. März 2019.

Das Tribut-Album beinhaltet insgesamt 16 Guy Clarke-Songs, die im Arrangement von Steve Earle und seinen „Dukes“ kaum oder gar nicht verändert wurden, so dass sich jeder Song authentisch und sehr nah am Original anhört.

Das ist einerseits sicherlich die Art und Weise, wie Steve Earle seinem Mentor danken wollte, andererseits kommt dadurch leider kaum etwas an Eigenständigkeit in die Interpretation der durchweg bekannten Songs, so dass sich bei den ZuhörerInnen schon nach Kurzem eine gewisse Müdigkeit einstellt.

Musikalisch und technisch ist dem Album grundsätzlich nichts vorzuwerfen, allerdings fehlt es Steve Earle und seiner Band am Willen etwas Eigenes zu erschaffen, so dass das Experiment als Guy Clarke-Coverband kläglich scheitern muss. Und genau hier muss man den Produzenten des Albums einen Vorwurf machen. Gerade die Größe und Klasse des musikalischen Nachlasses von Guy Clarke hätte es verdienst gehabt, den Mut zu haben, eigene Interpretationen den Original-Stücken entgegen zu stellen. Das wäre die vordringlichste Aufgabe der Produzenten des Albums gewesen. Bedauerlicher Weise fehlte es an Kreativität und Mut, so dass das Album insgesamt enttäuscht. Guy Clarke sitzt sicher am Tresen einer himmlischen Bar mit Townes Van Zandt auf einen Drink und schüttelt darüber den Kopf.

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Bewertung des Autors Richard Kilian
Zusammenfassung
Steve Earle gedenkt seines Mentors Guy Clarke mit einem misslungenen Tribut-Album, da ihm der Mut fehlt den Original-Songs eigene Interpretationen entgegen zu stellen. So werden lediglich 16 Guy Clarke-Songs originalgetreu gecovert. Da hilft auch kein Aufgebot prominenter Unterstützer.
1.8
Leser Bewertung 3.1 ( 1 Bewertungen)
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