Vor etwa vier Jahren begaben sich Martin Sandström und Kalle Mattsson in einen Proberaum in Uppsala, mit keiner anderen Intention als ein wenig zu jammen. Sie kannten sich bereits aus der gemeinsamen Zeit bei Jeniferever – Sandström als Gitarrist und Co-Writer, Mattsson als Live-Gitarrist.

Zwei Stunden später waren schon einige Songs und Recordings entstanden. Sie hatten die Idee von Stiu Nu Stiu erschaffen. In den darauffolgenden Monaten und Jahren veränderte sich das Lineup immer wieder, aber es dauerte dennoch nicht lange, bis sie ihr erstes Album aufnahmen. Dieses wurde noch in einer Küche aufgenommen, das aktuelle und zweite Album „Fake End“ jedoch wurde im Studio Cobra aufgenommen. Mit diesem Schritt schafften es die Schweden auch ihrem Album mehr Dringlichkeit zu verschaffen, der Sound ist ausgereifter und das Album hört sich stimmiger an.

Deutlich geprägt von Blackgaze, verwischt Stiu Nu Stiu die Genregrenzen und taumelt zwischen Post-Rock, Metal und Gothic. Die Kohärenz des Album entsteht vor allem durch die Dominanz der Gitarren, obwohl das drängende Schlagzeug nicht verschluckt wird. So lässt sich die Scheibe von Anfang bis Ende problemlos durchhören, ohne dass es zu drückend wird. Während sich die teils schrillen teils hypnotisch wabernden Gitarren in den Vordergrund drängen, sollte die Stimmgewallt von Sängern Billie Lindahl dennoch lobend erwähnt werden. Trotz ihrer Zerbrechlichkeit, wirkt die Stimme nicht verletzlich, sondern trägt die Schwere nach außen und verleiht den Songs eine unglaubliche Spannung.

Dabei klingt „A Cloud of Piss“ wie ein Soundtrack zu einem Vampirfilm eingeleitet mit einem fast County-artigen Riff. Durch seinen schwammigen Sound und die fast geflüsterten Vocals versetzt es den Hörer in Trance – definitiv einer der besten Tracks auf dem Album.

Gleich darauf kommt „Memo“, der hier auch noch gesondert Erwähnung erhalten soll, denn er leitet die Doom-Seite des Albums ein und entschleunigt den Sound. Das ist nicht unbedingt negativ zu sehen, denn so schleicht sich das Album bis hin zum fulminanten Höhepunkt „Widsith“, das den Zuhörer in über acht Minuten aus dem Hörerlebnis hinausträgt.

Mit „Fake End“ haben die Schweden ein vielschichtiges, atmosphärisches zweites Werk vorgelegt, das paradoxerweise an Dynamik und Schwermut kaum zu übertreffen ist.

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