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Wohl nur ganz wenige in Deutschland kennen den englischen Produzenten und Komponisten Peter Cooper, der unter dem Pseudonym Stumbleine gerade sein wunderbares siebtes Album Sink into the Ether veröffentlicht hat. Um es auf den Punkt zu bringen: Lo-Fi, Shoegaze und Dream-Pop vom Allerfeinsten!

Vö: 03.04.2020 Monotreme Records LP kaufen

Schon der Opening-Track Sonder, der bereits im Februar 2020 als Fan-Video mit Ausschnitten aus dem Filmmeisterwerk Eternal sunshine of the spotless mind (Vergiss mein nicht) mit Jim Carrey und Kate Winslet hinterlegt vorgestellt worden ist, präsentiert sich als ein rauschhaft-warmherziges Glühen, unterlegt von flüchtigem Gesang, der zum Träumen einlädt. Direkt zu Beginn ein Höhepunkt des Albums, der noch lange im Gedächtnis bleibt.

Kaum merklich fließen die Songs einer in den anderen und man begibt sich auf eine innere Reise, wenn man sich auf diese hochemotionalen traumwandlerischen Hymnen einzulassen traut. Nach dem zweiten Lo-Fi-Song Aloof folgt mit dem Hole-Cover des Songs Malibu, bei dem Elizabeth Heaton den Gesang übernommen hat, der nächste Höhepunkt. Wie in Rauch gehüllt schwebt die zauberhaft-verträumte Stimme über der Melodie und man kann hier nur eintauchen in ein wohliges Gefühl.   

Dahinschwebende Streicher eröffnen den nur knapp 2 Minuten langen Song My Head hurts, der wieder Wiederholungen und Loops beinhaltet aber eher auf der technischen Ebene bleibt. Genauso wie die nächsten beiden Songs Lost to the World und Tidepool, die deutlich mehr auf Percussions und Drums setzen. Im Vergleich zum Großteil der Songs sind diese drei Tracks bewusst technisch steriler und weniger emotional gehalten.

Beim Track Words fail me kommen wieder die sphärischen Klänge ins Spiel und der Song blickt zurück auf die Anfangstracks und holt die HörerInnen zurück in die emotionalen Ebenen. Genauso passt Supermodels in diese Schublade, obwohl hier mir den sich wiederholenden Chorgesängen und dem rhythmischen Stolpern der Melodie wieder mehr die technischen Aspekte in den Vordergrund treten, bis in der zweiten Hälfte das Tempo ansteigt und der Song vom Verträumten ins Elektrische abgleitet. Hier hätte man sich weniger Technik gewünscht.

White Noise Therapy ist dann wieder eine Reminiszenz an Klassiker des Shoegaze und Elektro-Pop. Eine wunderbare Fingerübung, die auch fast komplett ohne Text auskommt. Genauso wie der ähnlich aufgebaute und auch genauso schöne Song Your Angel was a Fake, der aber mit etwas weniger Technik noch schöner hätte sein können.

Zum Ausklang dieses wirklich interessanten Albums gibt es den Track Disintegrate Together, welcher auf knapp über 2 Minuten ausschließlich aus einem Text- und Melodie-Loop sowie dem gesprochenen Schluss-Satz besteht.

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Zusammenfassung
Wer sich traut, eine elektrische Traumwelt mit vielen Gefühlen aber auch Technik zu erkunden, der ist hier genau richtig. Peter Cooper zeigt, dass er ein außergewöhnlicher Komponist ist, der sein Handwerk nachhaltig und ausgesprochen gut beherrscht. Keine Platte für Jedermann aber ein Hörerlebnis.
4
Leser Bewertung 4.23 ( 5 Bewertungen)
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