Masami Akita (Merzbow) sagte einmal, dass Lautstärke ein wichtiges Element seiner Musik sei, da man durch sie alles andere zum schweigen bringen könnte. Eine Formulierung, die auch auf Sumac zutrifft, denn wer das Trio bisher live erleben durfte, sollte am eigenen Leib verspürt haben, auf welchem Lautstärkeniveau die Band agiert und wie anhaltende Frequenzen, Rückkopplungen und Verzerrungen Teil ihres Sounds werden.

Auch May You Be Held sollte man sich unbedingt in größerer Lautstärke nähern, um die volle Intensität dieses Albums zu erleben. Die erlösende Stille des letzten Tracks Laughter And Silence mit warmen Orgel-Sounds von Faith Coloccia und den Gitarrenglissandi von Turner bekommt einfach eine stärkere Bedeutung, wenn man zuvor das absolut ohrenzerfetzende Finale von Consumed hinter sich gebracht hat. Letzterer, neben dem Titeltrack, einer von zwei tosenden und donnernden Sludge-Ungetümen, der sich zur Mitte hin in einen Noise-Orkan auflöst, um anschließend mit eindringlichen, überlagernden Riffwänden im eben erwähnten Finale aufzugehen.

Überhaupt sind die komponierten und improvisierten Parts auf May You Be Held scharf konturiert, wie zwei Paralleluniversen, die miteinander koexistieren. Den Übergang zwischen beiden haben sich Aaron Turner, Brian Cook und Nick Yacyshyn durch ihre beiden Kollaborationen mit Keiji Haino eröffnet, deren Geist auf den neuen Aufnahmen merklich zu spüren ist.

A Prayer For Your Path z.B. setzt als Opener kosmische Soundakzente durch Klänge eines gestrichenen Vibrafons, hallenden Schreien und Gitarren-Drones. May You Be Held, der nachfolgende Titeltrack, fusioniert verknotete Songstrukturen mit Swans-mäßigen Noise-Crescendi und brutalen Gitarrenriffs. Auf der Mitte des Albums dann The Iron Chair, einem frei improvisierten Stück aus kreischenden, dekonstruierenden metallischen Klängen.

Sumac sind mit May You Be Held weiter auf Kurs in Richtung musikalische Befreiung!

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