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Ein Film mit Konzert? Oder ein Konzert mit Film?

Diese Frage lässt sich im hier vorliegenden Fall wohl nicht so eindeutig beantworten, sind doch beide Komponenten ohnehin aufs Engste miteinander verknüpft. Wer an den Horror-Klassiker Suspiria denkt, kommt nicht umhin, auch an die stilprägende Filmmusik zu denken. Und wer sich heute, fast 50 Jahre nach ihrer Gründung, an die Progressive Rock-Band Goblin zurück erinnert, denkt dabei wohl insbesondere an ihren Soundtrack zum besagten Film, der vielfach als der künstlerische Höhepunkt ihres vielfältigen Schaffens betrachtet wird.

Der Film selbst war dabei nach dem Erscheinen durchaus umstritten, rief er doch ein maximal ambivalentes Echo hervor. Einige Kritiker:innen echauffierten sich über eine zu große, grobschlächtige Effekthascherei und darüber, dass nur wenig Wert auf eine kohärente, gut durchdachte Story gelegt wurde zugunsten einer „farblich, musikalisch und atmosphärisch ausgefeilten Ausmalung der drastischen Schockmomente“. Doch eben diese atmosphärische Dichte hatte schon in der Zeit seines Erscheinens wie in den folgenden Jahren und Jahrzehnten ebenso begeisterte wie fanatische Reaktionen nach sich gezogen. Regisseur Dario Argento wurde in den Folgejahren gar zeitweise mit einem Telefonterror bedacht vonseiten einiger Fans, die mit ihm im privaten Rahmen eingehender über verschiedene Filmmotive diskutieren wollten, was dieser dankend ablehnte.

Die eklektizistischen, experimentellen Momente des Films wurden dabei kongenial umrahmt vom Filmsoundtrack der Band Goblin, die sich ein Jahr nach ihrer Gründung eigentlich schon wieder aufgelöst hatte, bevor Regisseur Argento sie kurz darauf bat, die Filmmusik zu seinem Film Rosso – Farbe des Todes (Originaltitel: Profondo Rosso) aus dem Jahr 1975 beizusteuern. Von dessen Ergebnis war er dermaßen beeindruckt, dass er sie für seinen folgenden Film – eben Suspiria – wieder engagierte. Hört man sich die Musik heute an, stellt man schnell fest, dass die Musik der Band weit mehr zu bieten hatte, als das Gros jener Progressive Rock-Bands der 70er Jahre, die sich weitgehend auf einen permanenten Steigerungsmodus musikalischer Virtuosität beschränkte. Der Soundtrack zu Suspiria ist düster, mythisch, kommt weitgehend getragen daher und ist daher auf eine angenehme Weise unaufdringlich, fügt sich somit nahtlos ein in die filmischen Bilder von Argento.

Über die Jahre hinweg haben Goblin etliche weitere Filme vertont und Platten veröffentlicht, doch kehrten sie immer wieder zum Suspiria-Soundtrack zurück, der eine Art Erkennungsmerkmal für die Band wurde und blieb. Auch im Jahr 2020 hat diese Symbiose aus Bild und Ton nichts von ihrer Eindringlichkeit verloren, sodass die Band weiterhin in unregelmäßigen Abständen auf kleine, ausgewählte Tourneen geht, um ihr Werk aus dem Jahr 1977 aufzuführen.

Am Samstag, den 15. Februar werden Goblin daher auch die Stadt Leipzig beehren. In der Peterskirche werden sie in einem audiovisuellen Rahmen den Filmsoundtrack zu Suspiria aufführen.

Suspiria Poster

Bereits am Abend zuvor wird es einen kleinen Prolog im Luru Kino zu der Veranstaltung geben. Nebst einer theoretischen Einführung des Berliner Professors und Cineasten Marcus Stiglegger wird ebenfalls das Suspiria-Remake des Regisseurs Luca Guadagnino aus dem Jahr 2018 gezeigt werden.

Somit haben Interessierte die Möglichkeit, entweder ein Einzelticket für die Hauptveranstaltung oder ein Kombiticket für beide Veranstaltungen zusammen zu erwerben.

Tickets sind hier zu erwerben.

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