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Seit bereits sechzehn Jahren kommt gegen Ende der Saison, wenn die Tage kürzer und kälter sowie die Nächte länger werden – „The sound of the Season“ von Techno-Urgestein Sven Väth raus: zu hören gibt es Tracks, welche im ausklingenden Jahr besonders oft auf dem Plattenteller des Frankfurters bei Cocoon wie auch bei anderen DJs im Einsatz waren.

Hierbei wird ein Bogen durch verschiedene elektronische und tanzbare Genres zelebriert, wobei durchaus einige Stimmungsumschwünge mit an Bord sind. Newcomer werden von Väth dabei genau so berücksichtigt wie alte Hasen und Weggefährten. Weder „Techno“ noch „Ibiza“ beschreiben das Experiment wirklich, da diverse muikalische Richtungen in einem Mix verbunden werden.

DJ KOZE eröffnet die sechzehnte Abfahrt mit „XTC“. Während der Name des Tracks wohl kaum einen Innovationspreis in Aussicht stellt, ist das mellow geratene Lied eine der bisher besten Veröffentlichungen von Koze. Weiter geht’s mit Mathey Dekay, der in „Fangtango“ leicht ruppige Streicher auf housige Beats treffen lässt. Track 4 kommt von Kevin Saunderson: „Till we meet again“, hier im Carl Craig-Remix. Beide sind – so wie Väth – schon seit den Neunzigern in Sachen Tanzmusik unterwegs, entstammen dem legendären Detroit-Umfeld und sind im Techno-Bereich so was wie Götter.

Anschliessend ziehen diverse housige Vocal-Tracks ihre Bahnen, bevor es mit John Tejada’s „Cipher“ leicht nervös-interessant und frickelig wird. Besonders schön kommt „Drifting“ von Jacos Sienkiewicz rüber: hypnotisch ambient-mässige Grooves und Lavalampen-Klänge perlen achteinhalb Minuten chillig und dennoch tanzbar durch den Raum.

CD 2 eröffnet relativ artig mit Tim Green’s „Eclipse“, während die Stimmung bei Alex Smoke acidmässig anzieht. Erstes Highlight auf Part zwei ist das tribalmässige „The Believer“ von Deetron, wozu der Folgetrack von Bastinov perfekt passt. „Ritual“ von Floorpain ist eine weitere leichte Steigerung, bis dann…..boing! ein Umbruch folgt, und zwar von THE KNIFE, deren wohlbekanntes „Silent Shout“ in der Shaken-Up-Version eine rasante Frischzellenkur verpasst bekommt: ins eh schon kühle Original werden mit klammen Klauenhänden wohlklingende Eiszapfen gestreut. Wilder wird’s dann wieder bei Geeeman’s „Wanna go bang“, welches aufgrund der Stimme und des Sprechgesangs gar nicht so wenig an Väth’s frühes Projekt OFF und deren Hit „Electrical Salsa“ erinnert. Gegen Ende der Reise wird dann noch mal eine Schippe draufgelegt: Gary Beck hat mit „Leo“ einen smoothen und eingängigen, aber dennoch eher harten Track am Start: zum Tanzen genau meine Kragenweite! Rhythmus und flächige Keyboards treten gegeneinander an wie Godzilla und Hedorah. Ganz klar ein Highlight der Compilation. Pig & Dan erinnern vom Sound (nicht vom Rhythmus) an Jean Michel Jarre – was als Kompliment gemeint ist. Deren fluffige Stimmung geht über in den härtesten Track der Doppel-CD: „Warehouse Memories“…und hier heisst es: Nomen est Omen! Anfang der Neunziger-Besetzer-Keller-Sound gepimpt mit moderner Produktion – schön anzuhören. Alex Bau treibt den Techno dann noch weiter in unruhige und finstere Richtungen, während am Ende mit Peter Dundov’s „Synchrotonic“ sanft im Floating Space gelandet werden darf.

Obwohl der Schreiberling noch nie auf Ibiza war und bekanntermassen mit den Berliner Sankt Berghain-Jüngen groß wurde (und wird), gefällt ihm die über weite Strecken musikalisch und stimmungsmässig leicht ungewohnte Platte gut, wie die schwere Rotation der letzten Tage („Heavy Rotation“) auf seinem Walkman zeigt.

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Dorian
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Dorian

Hallo Leute!
Sven Fäth in eurem Musik Magazin? Diese elende Konserven – Nonsens Musik!
Warum? Fällt euch nichts mehr ein?

Dorian

Marc Michael Mays

Hallo Dorian,

sorry, dass wir deinen Musikgeschmack nicht getroffen haben. Allerdings ist unsere Kategorie Tellerrand genau für solche Themen ausserhalb unserer eigentlichen Themen gedacht. Und Sven Väth ist sicherlich ein Pionier seines Fachs und könnte für einige auch Nicht-Techno Fans interessant sein. Hab keine Nagst, dass wir zu sehr von unserer Vita abweichen, das wird nicht passieren.

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