Spinnup_DuWillst

Für unsere neue Rubrik „TEN x PIN“ habe ich mit Erik von Pabst über 10 Platten aus seiner Sammlung gequatscht.


Vor nicht allzu langer Zeit hat das Trio aus Berlin die „Skinwalker“ EP veröffentlicht. Am 16. Juli erscheint ihr erstes Album „Chlorine“, abermals über das Label „Crazysane Records“. Mit „Vagabondage“ und „Accelerate“ wurden vorab zwei Knaller-Singles veröffentlicht. Von was Sänger und Gitarrist Erik beeinflusst wurde, könnt ihr hier lesen!

https://youtu.be/0CAfBe5KGdY

Converge – You Fail Me

Dieses Album ist damals, ich war etwa 14, wahrscheinlich so etwas wie mein musikalisches Erwachen gewesen. „Black Cloud“ war auf einem Metal Hammer Sampler drauf und hat mich beim ersten Hören einfach komplett verändert. So etwas habe ich vorher einfach noch nicht gehört, so emotional, so gefühlt ehrlich, so extrem, so fett. Die Produktion ist eine der besten, die ich jemals gehört habe und ähnliches lässt sich über die Performances sagen. Bis heute ist das wahrscheinlich mein meist gehörtes Album aller Zeiten. Und mir gefällt sonst eigentlich kaum irgendwelcher Metalcore.

Jackson C. Frank – Jackson C. Frank

Ich muss zugeben, das erste Mal habe ich Jackson C. Frank in dem Film Electroma (von Daft Punk) gehört. Ich war sofort richtig tief berührt, und das obwohl viele Filme und Serien mit obskuren, guten Songs ähnliche Momente schaffen wie diesen, war doch dieser auf eine Weise anders, viel deeper. Je mehr ich mich dann mit der Geschichte und mit dem Album beschäftigt habe, desto mehr ging es mir nahe. Die Wirkung hält bis heute an.

Test Icicles – For Screening Purposes Only

Ich habe die Band am selben Tag kennengelernt, an dem sie ihr einziges Berlinkonzert gespielt haben, also quasi zu spät. Sarah Kuttner hatte sie zu Gast, wobei der Auftritt aufgezeichnet war und Zeitgleich mit dem realen Auftritt im Magnet Club gezeigt wurde. Die Performance war so scheiß-drauf und kaputt, und dabei doch so stilsicher und interessant, ich war sofort verliebt. Ich habe das Album ungefähr 1 Million mal gehört, und dass ich sie nie live sehen konnte, ist so einer dieser tiefsitzenden Schmerzen meines Daseins. (Zwei der Mitglieder machen heute noch Musik, Dev Hynes ja unter dem Namen Blood Orange und Rory Attwell betreibt ein Studio und spielt neuerdings Bass bei der Neuseeländer Band Die!Die!Die!, die ich auch schon seit Jahren zu meinen Favourites zählen würde.)

Depeche Mode – Black Celebration

Deppsch Mode hat meine Mom früher immer im Auto auf Kassette gehört. Es hat aber eine Weile gedauert, bis der Funke auf mich übergesprungen ist. Ich sollte mich später eine Zeit lang fast ungesund viel mit denen beschäftigen. Martin Gore wurde eines meiner größten Vorbilder was Songs schreiben angeht und so wie Dave Gahan Mitte der Achtziger wollte ich immer singen können^^. Mittlerweile ist es mir eigentlich unmöglich, mich auf nur ein Album festzulegen. Ich glaube, Black Celebration ist für mich aber das quintessenzielle Album der Band und Stripped mein Lieblingssong. Es könnte jedoch auch genauso Music for the Masses sein, oder Violator, oder eigentlich echt irgendeins.

Tim Hecker – Ravedeath 1972

Zu Tim Hecker hat mich vor ein paar Jahren ein Freund mitgeschliffen, als der ein Konzert in einer Kirche in Berlin spielte. Zu der Zeit waren es circa minus 30 grad draußen und immerhin etwa um minus 20 in der Kirche. Die Temperatur war jedoch ziemlich schnell ziemlich egal, diese Musik hat mich einfach so eingefangen, dass ich für eine Stunde an einem ganz anderen Ort war. Tim Hecker kennenzulernen hat in mir ein ganz neues Verständnis von Musik initiiert und mich nachhaltig beeinflusst.

Grouper – Dragging a Dead Deer Up a Hill

Musik zum Einschlafen habe ich prinzipiell immer abgelehnt. Ich mag Musik, die einen zwingt zuzuhören und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Die Musik von Grouper ist als Einschlafhilfe nicht schlecht geeignet (und oft vom Verfasser als solche missbraucht worden), ist auf der anderen Seite aber auch extrem immersiv und vielleicht gerade deshalb so hypnotisch. Grouper ist in meinen Augen völlig singulär, weil das, was sie macht so unberührbar ist. DaDDUaH ist wahrscheinlich ihr Hit-Album, aber es ist eben auch dasjenige, auf das ich als Hit-Liebhaber immer wieder zurückkomme.

Slint – Spiderland

Slint durfte ich sogar mal live sehen. Meine Freundin und ich sind dazu extra nach London geflogen. Die Vorstellung, dort gewesen zu sein, kommt bis heute total abgefahren vor. Slint ist ja so eine Band, die es nie richtig gegeben hat, wenn man tourende, regelmäßig veröffentlichende Bands zum Maßstab nimmt. Ihr reguläres Bestehen dauerte gefühlt etwa 2 Jahre und beschränkte sich auf ihren kleinen Proberaum und ein paar Schuppen in der näheren Umgebung. In dieser Zeit machten sie eins der interessantesten, einzigartigsten und einflussreichsten (Rock?-) Alben aller Zeiten. Alles andere war dann Revival.

Electric Wizard – Dopethrone

Diese Band, und vor allem dieses Album, holen mich einfach von vorne bis hinten ab. Von Black Sabbath beeinflusster, aber um ein vielfaches mehr bumsender Stonerrock, mit C-Tuning: check. Texte über den Untergang der Welt, Depressionen und die inhärente Boshaftigkeit des Menschen: check. Eine Gitarristin, die ihr Instrument auf der Bühne laut (LAUT!) nach Gehör stimmt: check. Dopethrone ist nicht umsonst einfach ein diverse Mütter und Väter fickender Klassiker.

Death Grips – No Love Deep Web

Eigentlich allein wegen des Covers. Und vielleicht auch weil dies das (wenn du mich fragst) beste Album einer der zur Zeit besten Bands ist.

Sheer Mag – Need to Feel your Love

Wo wir bei aktuelleren Bands sind, dürfen Sheer Mag nicht unerwähnt bleiben. Schon ihre drei EPs sind voller absolut perfekter Songs und dieses Album legt nochmal eine Schippe drauf. Es ist zwar furchtbar gemischt aber diese übergroßen Pop-Melodien mit diesem Hausbesetzer-Charme machen das tausend mal wett.

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