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Emotionaler Post-Hardcore mit den Wurzeln in Punk und Emocore.

EP kaufen iTunes Vö: 19.01.2018 Through Love Records

Also zumindest würde ich vermuten, dass die Briten von Terrible Love ihre Wurzeln in den oben genannten Genres haben. Die zweite EP „Doubt Mines“ klingt im Gegensatz zu ihrer ersten EP „Change Nothing“ (2016) deutlicher danach, was nicht zuletzt auch der Neubesetzung des Sängerpostens liegen könnte. Insgesamt wurde etwas der Druck vermindert, was allerdings zugunsten von kompositorischem Einfallsreichtum und einem handfesten Melodiebewusstsein gemacht geht.

„First Flowers“ setzt einen ersten Akzent für die melancholische Stimmung, die auf der kompletten EP bestehen bleibt und haut das erste, genretypische Riff raus. Der Gesang reicht von klagend und schrill bis hin zu einer wieder eher klassischen Gangart. Zugegeben, etwas gewöhnungsbedürftig ist er schon, aber man gewöhnt sich schnell daran, versprochen. Die Musik wird stetig dichter und fetter, anspruchsvolle Drumpatterns und ein gut ausgeleuchteter Bass tun klar ihren Zweck. Das hochmelodische „Torch The Fields“ fällt vor allem durch seine Stopps und Betonungen und das brachiale Gebrüll (positiv) auf. Zwischendurch wird die Gitarre immer sanfter, was allerdings die Trommeln nicht daran hindert unbeirrt weiter zu stampfen. Gelegentliche Ausflüge in den derzeit populären Spoken-Word-Hardcore und ein bewegender Rhythmuspart bauen weiter Spannung auf. „Seperate Graves“ kann die Spannung problemlos halten und schließt sich in inhaltlich seinem Vorgänger an. Am Ende leiten Soundscapes und wie ein Hummelschwarm surrende Gitarren in den Titeltrack über.

„Doubt Mines“ grenzt schon haarscharf an Hardcore-Punk und reißt kurzerhand alles ab. Es werden weder die Melodien außer Acht gelassen, noch auf einem griffigen Chorus verzichtet. Das ekstatische Geschrei und die vollen Gitarren bilden hier den Höhepunkt der EP. Das abschließende „A Better Light“ ist auch ein wenig derber als die Stücke am Anfang, zeigt aber auch deutliche Anleihen aus dem klassischen (und wie ich nicht müde werde zu betonen: besseren) Emocore des vorletzten Jahrzehnts. Nach einem kurzen Geplänkel aus saften Gitarren, schwillt alles zu einem Ausbruch heran und hört abrupt auf.
Wie bei EPs gerne mal üblich wird man hier ordentlich angefüttert und dann ist wieder Sense. Das ist schade, die Songs sind knackig und machen wirklich Freude. Da würde ich gerne mehr von hören!

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