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Die Party ist vorbei. Doch das Leben geht weiter, die Erde dreht sich nach wie vor, müde wie die verstaubte Diskokugel an der Decke. Eine letzte Person dreht sich auf der Tanzfläche träumerisch um sich selbst. Ihr Schutzpatron: „Familiars“, das dritte Album des New Yorker Trios The Antlers.

Das Zwielicht, das ungreifbare Dazwischen von Jetzt und dem Morgen, das sich nicht länger aufschieben lässt, findet künstlich hinausgezögert eine Heimat in den von Peter Silberman komponierten Songs. Sich alle Zeit der Welt (oder zumindest 5-8 Minuten pro Song) lassend, schlendert sein Falsett-Gesang durch die Fehler der Vergangenheit, wiegt zu souligen Gitarrenklängen möglichen Zukunftsplänen entgegen.

Immer dicht auf den Fersen: Der Bläserchor. Hartnäckig setzt er sich zwischen wippenden Bluesrhythmen und dezentem Gitarrenhall fest, um dem Discokugelschein wie kleine Funken aus Pathos und Weltschmerz über das Parkett flirren zu lassen. „Familiars“ funktioniert tatsächlich nur bei gedimmten Licht.

Selbstverständlich ist auch der mysteriöse Pianospieler in der finsteren Ecke nicht weit, der mit jedem Glas Sherry noch ein wenig leidenschaftlicher spielt und doch nie von den Tasten rutscht. „Gemeinsam sind wir alle ein wenig besser allein“, ist man sich einig, ohne Worte oder Blicke ausgetauscht zu haben.

„Familiars“ klingt nach der Art von Gewissheit, die man verstohlen im Rotweinglas sucht. Nach Schwermut, aber auch nach der Erkenntnis, dass die Betonung auf der zweiten Silbe des Wortes liegt. Und dass der einsame Tanz nach der Party manchmal der beste ist.

1. Palace
2. Doppelgänger
3. Hotel
4. Intruders
5. Director
6. Revisited
7. Parade
8. Surrender
9. Refuge

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