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Die Hamburger Blues-Rock-Formation The Blue Poets um Errorhead-Gitarrist Marcus Deml, der schon immer gern aneckte, legt ihr zweites Album All It Takes mit einer Reihe ausgesprochen energisch-rauer aber auch melodischer Songs mit einem Ansatz zum Tanzen vor.

Vö: 13.09.2019 Triple Coil Music LP kaufen
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Der neue Bassist Phil Steen und Schlagwerker Felix Dehmel liefern mit groovender Rhythmusarbeit die Basis für den bluesigen Sound und ebnen den Weg für Demls filigranes, inspirierendes und beseeltes Spiel. Der heimliche Star der Band ist aber der australische Sänger Gordon Grey, dessen charismatischer, expressiver und vielseitiger Gesang speziell in den bedächtigeren Momenten die Akzente auf dem Album setzen kann. The Blue Poets decken die gesamte Bandbreite von energetischem Blues Rock über stimmungsvollen Slow Blues bis hin zu traditionellem, wohlig swingenden Material gekonnt ab.

Gleich mit dem Opener Angry Man zeigt die Band ihr rockig-swingendes Blues-Herz. Marcus Demls treibendes Gitarrenspiel und die stampfende Rhythmusgruppe bringen den Song inklusive eines schönen Gitarrensolos im letzten Drittel solide ins Ziel.  

Der nächste Song Could have lived rockt dann direkt weiter. Nicht so flott aber dafür viel erdiger und rauer. Grey liefert eine spannende und gute Gesangsleistung ab, kann das Stück aber nicht vor einer gewissen Ideenlosigkeit retten.

Der Titeltrack All It Takes beginnt als Gary-Moore-Gedächtnis-Ballade und wird diesen Pathos auch nicht mehr los. Trotz der interessanten Gitarrensoli ist der Track mit seinen 7:33 Minuten deutlich zu lang. Den Song hätte man ohne Qualitätsverlust locker auf 4 Minuten eindampfen können.  

Interessanterweise ist der nächste Song, das traurige und mitreißende 8-minütige Stück Crawling, der ebenfalls mit mehreren Gitarrensoli geschmückt ist, zu keiner Zeit langweilig oder ausufernd. Hier passt von der Instrumentierung bis zum Gesang einfach alles. Der Song ist zweifellos der Höhepunkt des Albums.

Been here too long ist dann ein beschwingt lässiger radiotauglicher Rhythm & Blues-orientierter Song, welcher der Band – im Gegensatz zu den sehr langen Blues-Tracks – sicher auch einiges Airplay verschaffen könnte.

Mit den Tracks Bad News und Mind your own Business kehrt die Band musikalisch an den Beginn des Albums zurück. Aggressiv-rockiger Blues ohne viele Schnörkel. Der Song Cyber Love ist noch etwas rockiger und dürfte als ein brauchbares AC/DC-Cover aus der Bon Scott-Ära durchaus seine Liebhaber finden.  

Zum Finale gibt es die minimalistische Ballade The Day, in der textlich über die Vergänglichkeit des Lebens philosophiert wird. Ein schöner ruhiger und nachdenklicher Abschluss für das Album.

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Zusammenfassung
Ein bis drei sehr gute Songs können den leider nur durchschnittlichen Gesamt-Eindruck des Albums nicht retten. Gerade weil die Band ihrem Stil treu geblieben ist, fehlt eine musikalische und strukturelle Weiterentwicklung.
3.3
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