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Das neue Album In the End

Vö: 26.04.2019BMGLP kaufen

Drei Jahrzehnte nach ihrer Gründung im irischen Limerick veröffentlichen The Cranberries am 26.04.2019 mit In The End via BMG ihr achtes und letztes Album mit Original-Aufnahmen ihrer verstorbenen Sängerin Dolores O´Riordan.

Geprägt von der Trauer über Dolores‘ unerwarteten Tod am 15. Januar 2018 stellt In The End keinen traurigen tränenreichen Abschied, sondern vielmehr eine kraftvolle Würdigung ihres Lebens und ihres kreativen Schaffens gemeinsam mit ihren musikalischen Mitstreitern Noel Hogan, Mike Hogan und Fergal Lawler dar. Das hätte auch schief gehen können. Wer eine Dolores O´Riordan-Gedächnis-Platte erwartet, der wird enttäuscht, den das Ergebnis ist ein richtig gutes The Cranberries-Album.

Alle 11 Songs wurden von Gitarrist Noel Hogan und Dolores O´Riordan in der Zeit von Mai 2017 bis Dezember 2017 geschrieben, arrangiert und auf Demo-Bändern eingesungen, lediglich das finale Abmischen der Songs war noch nicht erfolgt. Die Produktion und das Überarbeiten der vorhandenen Demo-Bänder zum ohnehin geplanten neuen Album übernahm Stephen Street, der bereits an vorangegangenen Alben der Band beteiligt war. Ihm oblag es in Abstimmung mit der Familie von Dolores O´Riordan und den verbliebenen Band-Mitgliedern auf dem elf Tracks umfassenden Long-Player die musikalische Qualität der Band und die außergewöhnliche Stimme O´Riordans ein letztes Mal zum Strahlen und diese musikalische Kapitel zu einem angemessenen Ende zu bringen.

Wer die außergewöhnlich zart-intensive Stimme von Dolores O´Riordan auf den überarbeiteten Demo-Aufnahmen hört, dem muss es einen Stich versetzen, zu wissen, dass es ein Abschied für immer ist.

Die unbändige Energie und Lebenslust sprudelt aus jeden Wort und Satz

Das Album beginnt mit der ausgekoppelten Single All over now, einem flotten Pop-Song, der in einigen Textzeilen vermeintliche Anspielungen auf den Tod O´Riordans in einem Londoner Hotel-Zimmer versteckt haben soll, was angesichts der zeitlichen Abfolge der Produktion nicht zutreffend ist.

Der nächste Track ist Lost, ein für The Cranberries typischer kraftvoller Sehnsuchts-Song. Dann folgt Wake me when it´s over, ein klassischer Up-Tempo-Rock-Song, der vom Aufbau an Hits wie Stars erinnert. Die tolle Stille von Dolores O´Riordan zieht den Hörer direkt in den Song. Bei A Place I know, dem ersten Song, der für das Album geschrieben wurde, wird es gefühlvoll und Dolores O´Riordan kann die leise Seite ihrer Gesangskunst präsentieren. Ein zarter schöner Song wie ehemals Dreams. Catch me if you can ist ein Song, der maximal auf der großen Wandlungsfähigkeit der Stimme O´Riordans aufgebaut ist und diese mit Percussion- und Streicheruntermalung wunderbar zum Ausdruck bringt.

Mit Gitarrenbegleitung beginnt der nächste Song Got it, ein weiterer klassischer The Cranberries-Song, beschwingt und fröhlich trotz des tiefsinnigen Textes. Bei Illusion kommt die ganze Stärke des Songwritings von Hogan/O´Riordan zum Tragen. Aus einer kleinen Geschichte wird mit einfachen Mitteln ein schöner radiotauglicher Song gemacht. Crazy Heart ist beim ersten Hören ein ruppiger wilder Song, der sich erst bei wiederholtem Hören einschmeichelt und ein warmes Gefühl hinterlässt.

Summer Song zieht das Tempo wieder an, ist aber ein typischer Live-Song, der keinen allzu tiefen Eindruck hinterlässt, der schwächste Song auf dem Album. Der vorletzte Song The Pressure will sich nicht in eine passende Schublade stecken lassen, was aber auch den Reiz ausmacht. Mit In the End findet das Album einen starken Abschluss, der nochmals die wunderbare Wandlungsfähigkeit und Ausdruckskraft der leider verstummten Stimme von Dolores O´Riordan zeigt. Am Ende dieses Albums darf man eine tiefe Traurigkeit verspüren über diesen großen Verlust. 

Im Pressetext zum Album In the End heißt es:

„Wir waren uns darüber im Klaren, dass es eines der besten – wenn nicht sogar das beste – The Cranberries-Album werden müsste, das in unseren Kräften stand“, so Noel Hogan.

„Es war eine irgendwie bittersüße Zeit. Neue Tracks aufzunehmen, ist immer eine aufregende, großartige Sache und einer der besten Aspekte, in einer Band zu sein. Als wir dann abends unsere verschiedenen Instrumente einspielten, wurde uns jedesmal schmerzlich bewusst, dass Dolores nicht mehr da ist, um mit uns gemeinsam an den Songs zu arbeiten.“

Mit In The End richten The Cranberries einen starken Abschiedsgruß an ihre Fans, verneigen sich würdevoll vor ihrer Bandkollegin und Freundin Dolores O´Riordan und veröffentlichen vor allem eine Sammlung großer Songs, die in einer Reihe mit ihren vorherigen sechs Studioalben stehen.

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Bewertung des Autors Richard Kilian
Zusammenfassung
Ein würdiger Abschluss und eine ehrliche Huldigung der großen Künstlerin Dolores O´Riordan. Sie reiht sich ein bei Karen Carpenter und Whitney Houston. Ihre Stimme berührt und dringt immer bis zur Seele vor. Wer beim Hören ihrer letzten Songs nicht auch etwas feuchte Augen bekommt, der hat ein Herz aus Stein.
4.3
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